Öffentliche Finanzen 2026
499,00 Euro
Die kommunalen Haushalte stehen unter Druck wie lange nicht: Für 2024 weisen die Gemeinden und Gemeindeverbände ein Finanzierungsdefizit von 24,8 Milliarden Euro aus, das höchste kommunale Defizit seit der Wiedervereinigung. Steigende Ausgaben, insbesondere hohe Sozialausgaben, aber auch gestiegene Personal- und Sachkosten, stehen stagnierenden Einnahmen gegenüber. Diese Entwicklung setzte sich 2025 fort. Gleichzeitig ist der wahrgenommene Investitionsrückstand laut KfW-Kommunalpanel 2025 um 15,9 Prozent auf den Rekordwert von 215,7 Milliarden Euro gestiegen. Wer 2026 Verantwortung für den Haushalt trägt, muss auch unbequeme Entscheidungen treffen. Unsere Tagung analysiert wesentliche Faktoren, die öffentliche Haushalte unter Druck setzen – und übersetzt sie in konkrete Strategien für das Finanzmanagement: von der Konjunktur- und Zinsentwicklung über Sozialausgaben und Investitionsfinanzierung bis zu Konnexität und Governance.
Die Tagung findet hybrid statt: Nehmen Sie persönlich vor Ort teil oder verfolgen Sie die Beiträge bequem online. Zusätzlich können Sie die Tagung als Videoaufzeichnung erwerben – ideal für die flexible Nachbereitung. Nutzen Sie diese Fachtagung, um Ihre Organisation fit für die Zukunft zu machen.
Tagungsablauf
Referent:innen
Tagungsinhalte
Von der Rezession zur Erholung? Wirtschaftsausblick 2026 – Perspektiven für die kommunalen Finanzen aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes
- Konjunkturelle Erholung und ihre Grenzen – Wachstum auf wackeligem Fundament
- Inflation, Zinsen, Wechselkurse – aktuelle Entwicklung
- Ein halbes Jahr Sondervermögen – wie sind die ökonomischen Perspektiven jetzt?
- Finanzlage der Kommunen – Quo vadis?
- Investitionshemmnisse und Umsetzungsdefizite – Bürokratie und Kapazitäten als unterschätzte Barrieren
Die Kommunalfinanzen in der Krise. Ein Jahr neue Koalition – Was wurde erreicht, wie ist die Lage?
- Lagebild 2025/26 aus kommunaler Sicht: Defizittrend, Kostentreiber (insb. Soziales), Zins- und Tarifwirkungen, Investitionsdruck – und was davon kurzfristig steuerbar ist
- Ein Jahr neue Koalition: Was ist konkret umgesetzt, was ist angekündigt, was blockiert?
- Welche Punkte sind für Haushaltsplanung, Mittelfristplanung und Risikomanagement relevant?
- Finanzarchitektur und Konnexität in der Praxis: Veranlassungskonnexität, Pflichtaufgabenfinanzierung, Rolle der Länder
Wer soll das bezahlen? Multilaterale Herausforderungen für die Kommunalfinanzen aus dem Blick der Kapitalgeber
- Wie können die Kommunen das überhaupt stemmen?
- Ist eine weitere Verschuldung der Kommunen und ihrer Unternehmen überhaupt noch verantwortbar?
- Welchen Beitrag können Finanzierungspartner, z. B. die öffentlichen Banken, leisten?
- Gibt es aus dem Finanzierungsblickwinkel Hemmnisse, die auf den regulatorischen Rahmen zurückzuführen sind?
- Welche Anforderungen bleiben nach den Omnibus-Erleichterungen zum Thema Nachhaltigkeit bestehen?
Finanzielle Schieflage erkennen und handeln: Instrumente zur Krisenprävention in der kommunalen Haushaltswirtschaft. Die Fälle Löhnberg und Kirchheim im Vergleich
- Die Chronologie der beiden Fälle – Wie kam es jeweils zur Krise?
- Die zentralen Problemfelder: Fehlende Jahresabschlüsse und mangelnde Transparenz; problematische Beteiligungsgesellschaften; fragwürdige Kreditverwendung; das Versagen der Kontrollmechanismen
- Gemeindegremien und politische Kontrolle
- Konkrete Lehren für kommunale Kämmereien: Frühwarnsysteme etablieren; Beteiligungscontrolling professionalisieren; Haushaltsdisziplin und Transparenz; Personalressourcen und Kompetenzen; Politische Gremienarbeit qualifizieren
- Die Aufarbeitung und der Weg nach vorne
- Maßnahmen des Staatsbeauftragten Stock
- Stand der strafrechtlichen Ermittlungen
- Langfristige Herausforderungen
Schritte vorwärts oder zurück? Die Auswirkungen der Vorschläge zur Sozialstaatsreform auf die kommunalen Finanzen
- Verfestigte Verantwortungsdiffusion im föderalen Mehrebenensystem
- Hohe Ressortgrenzen
- Fehlende Wirkungs- und Finanzierungssteuerung sozialer Leistungen
- Administrationskosten und Folgen der Tarifautonomie als blinde Flecke
- Abstinenz von Finanzfragen bei bestimmten Sozialleistungen (zum Beispiel Eingliederungshilfe)
- Politische Handlungslogik und Pfadabhängigkeiten
Die Vollstreckung als strategischer Baustein der Haushalts- und Liquiditätssteuerung
- Vollstreckung als kommunale Pflichtaufgaben
- Offene Forderungen vs. Liquidität
- Vollstreckung als Teilaspekt des Forderungsmanagements
- Folgen fehlerhafter bzw. unterbliebener Vollstreckungstätigkeit
- Praktische Herausforderungen
Schlanker Haushalt, starke Steuerung: Spielräume nutzen, Struktur vereinfachen, Wirkung zeigen
- Rechtliche Rahmenbedingungen und eigene Gestaltungsspielräume
- Haushaltsgliederung
- Verschlankung der Teilhaushaltsstruktur auf 1 Seite je Produktbereich
- Welche Muster und Anlagen können weg
- So gelingt der kommunale Jahresabschluss rechtzeitig
- Harmonisierung als Ermöglicher für Digitalisierung und Personaleinsparungen
Finanzielle Handlungsfähigkeit von Kommunen und die gerichtliche Durchsetzung des Konnexitätsprinzips: Rechtliche Grenzen und praktische Perspektiven
- Die aktuelle Lage
- Quellen der Belastung
- Rechtliche Schutzlosigkeit – Warum das Konnexitätsprinzip bei Bundesvorgaben nicht schützt
- Gibt es realistische Wege?
- Strategische Optionen: Was Kommunen heute tun könnten
“Sie entscheiden, welches Thema im Fachforum im Mittelpunkt steht”
- 1.) Haushaltsrecht im kommunalrechtlichen Kontext und Haushaltskonsolidierung
- 2.) Echter Doppelhaushalt anstelle eines derzeitigen unechten Doppelhaushalts
- 3.) Personalentwicklung kennt keine Pausetaste in der vorläufigen Haushaltsführung
Rahmenprogramm
Tagungsort
Franz-Mett-Str. 3-9
D-10319 Berlin
Tel. +49 (0) 30 - 51 62
Fax +49 (0) 30 - 51 62 – 400