25. Fachtagung | 10. und 11. Juni 2026 in Berlin

Öffentliche Finanzen 2026

Handlungsfähigkeit sichern zwischen Defizit, Investitionsdruck und Sozialkosten

Bundesweite Fachtagung für Führungskräfte und Beschäftigte aus dem Finanz- und Rechnungswesen, dem Controlling sowie für Mandatsträger:innen und weitere Interessierte, z.B. Rechnungsprüfer:innen
Frühbucherrabatt bis 02.06.2026
Teilnahmegebühr
499,00 Euro
Ab dem 03.06.2026 gilt eine Teilnahmegebühr von 599,00 Euro.

Die kommunalen Haushalte stehen unter Druck wie lange nicht: Für 2024 weisen die Gemeinden und Gemeindeverbände ein Finanzierungsdefizit von 24,8 Milliarden Euro aus, das höchste kommunale Defizit seit der Wiedervereinigung. Steigende Ausgaben, insbesondere hohe Sozialausgaben, aber auch gestiegene Personal- und Sachkosten, stehen stagnierenden Einnahmen gegenüber. Diese Entwicklung setzte sich 2025 fort. Gleichzeitig ist der wahrgenommene Investitionsrückstand laut KfW-Kommunalpanel 2025 um 15,9 Prozent auf den Rekordwert von 215,7 Milliarden Euro gestiegen. Wer 2026 Verantwortung für den Haushalt trägt, muss auch unbequeme Entscheidungen treffen. Unsere Tagung analysiert wesentliche Faktoren, die öffentliche Haushalte unter Druck setzen – und übersetzt sie in konkrete Strategien für das Finanzmanagement: von der Konjunktur- und Zinsentwicklung über Sozialausgaben und Investitionsfinanzierung bis zu Konnexität und Governance.

Die Tagung findet hybrid statt: Nehmen Sie persönlich vor Ort teil oder verfolgen Sie die Beiträge bequem online. Zusätzlich können Sie die Tagung als Videoaufzeichnung erwerben – ideal für die flexible Nachbereitung. Nutzen Sie diese Fachtagung, um Ihre Organisation fit für die Zukunft zu machen.

Tagungsorganisation

Klaudia Hennig

 

Tagungsablauf

Mittwoch, 10. Juni 2026
09:00 Uhr
Eröffnung und Begrüßung
09:15 Uhr
Von der Rezession zur Erholung? Wirtschaftsausblick 2026 – Perspektiven für die kommunalen Finanzen aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes
Dr. Reinhold Rickes
10:15 Uhr
Die Kommunalfinanzen in der Krise. Ein Jahr neue Koalition – Was wurde erreicht, wie ist die Lage?
11:15 Uhr
Kommunikationspause
11:45 Uhr
Wer soll das bezahlen? Multilaterale Herausforderungen für die Kommunalfinanzen aus dem Blick der Kapitalgeber
Stefan Becker und Christoph Wolff
12:45 Uhr
Mittagspause
13:45 Uhr
Finanzielle Schieflage erkennen und handeln: Instrumente zur Krisenprävention in der kommunalen Haushaltswirtschaft. Die Fälle Löhnberg und Kirchheim im Vergleich
Dr. Ulrich Keilman
14:45 Uhr
Kommunikationspause
15:15 Uhr
Schritte vorwärts oder zurück? Die Auswirkungen der Vorschläge zur Sozialstaatsreform auf die kommunalen Finanzen
Dr. André Jethon
16:15 Uhr
Ende des 1. Veranstaltungstages
Für Interessierte (optional)
16:45 Uhr
Beginn des Rahmenprogramms
20:00 Uhr
Arbeitsessen / Get Together
Donnerstag, 11. Juni 2026
Fortsetzung der Tagung in zwei parallelen Fachforen
09:00 Uhr
Die Vollstreckung als strategischer Baustein der Haushalts- und Liquiditätssteuerung
Matthias Wiener
10:15 Uhr
Kommunikationspause
10:30 Uhr
Schlanker Haushalt, starke Steuerung: Spielräume nutzen, Struktur vereinfachen, Wirkung zeigen
Dr. Marc Gnädinger
09:00 Uhr
Finanzielle Handlungsfähigkeit von Kommunen und die gerichtliche Durchsetzung des Konnexitätsprinzips: Rechtliche Grenzen und praktische Perspektiven
Prof. Dr. Kyrill-Alexander Schwarz
10:15 Uhr
Kommunikationspause
10:30 Uhr
“Sie entscheiden, welches Thema im Fachforum im Mittelpunkt steht”
Moderation: Matthias Wiener
11:30 Uhr
Kommunikationspause
Abschluss der Tagung im gemeinsamen großen Plenum
11:45 Uhr
Podiumsdiskussion: Was erwartet uns in den nächsten Jahren? (Wie) kommen wir aus der Krise?
Die Expert:innen des Tages in der Diskussion, Ihre Fragen - unsere Antworten
13:00 Uhr
Ende der Tagung
anschl.
Gemeinsames Abschlussessen
optional
Gesamtmoderation: Ekkehard Grunwald

Referent:innen

Stefan Becker
Stefan Becker
Stefan Becker
Stefan Becker ist Direktor im Bereich "Fördergeschäft und Finanzierung" beim Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) in Berlin und hat dort die Kommunalfinanzierung zu seinem Schwerpunktthema gemacht. Vor seiner Tätigkeit beim VÖB wurde er bei der Städtischen Sparkasse Bremerhaven zum Bankkaufmann ausgebildet und hat an der Universität Regensburg mit dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und dem juristischen Zusatzstudiengang Unternehmenssanierung den Abschluss Dipl.-Kaufmann erworben. Herr Becker war anschließend an der Akademie des Ostdeutschen Sparkassenverbandes als Studienfachleiter und Dozent für kommunales Finanzmanagement sowie in der Ostsee Sparkasse Rostock als Leiter des Kommunalkundengeschäfts tätig. Er ist Autor von Publikationen zur nationalen und internationalen Kommunalfinanzierung. Als Dozent lehrt er an verschiedenen Bildungseinrichtungen und ist an der Aus- und Fortbildung von Sparkassenbetriebswirten, Bank-, Verwaltungs- und Technikfachwirten beteiligt.
Herbert Freese
Herbert Freese
Herbert Freese
Herbert Freese ist Beigeordneter beim Niedersächsischen Landkreistag. Er ist Mitkommentator des Niedersächsischen Kommunalabgabengesetzes und des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes und hat Veröffentlichungen insbesondere zum kommunalen Finanz-, Wirtschafts-, Verfassungs-, Vergabe- und Stiftungsrecht.
Dr. Marc Gnädinger
Dr. Marc Gnädinger
Dr. Marc Gnädinger
Dr. Marc Gnädiger ist Diplom-Volkswirt und Magister der Verwaltungswissenschaften. Er promovierte an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zum Thema Staatsfinanzen. Beruflich ist Herr Gnädinger nach Stationen u.a. bei der Bertelsmann Stiftung und dem Hessischen Finanzministerium aktuell als Ministerialrat Leiter des Referats für Grundsatz und Kommunalberatung bei der Überörtlichen Prüfung kommunaler Körperschaften in Hessen. Dr. Gnädinger ist Autor zahlreicher Fachpublikationen und Mitglied im Gutachterausschuss Finanzmanagement der KGSt.
Ekkehard Grunwald
Ekkehard Grunwald
Ekkehard Grunwald
Ekkehard Grunwald war bis Ende Juni 2025 Stadtkämmerer und Erster Beigeordneter der Stadt Recklinghausen, nachdem er zuvor seit 2000 Stadtkämmerer in Salzgitter war. Er war langjähriges Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Städtetages und des Städtetages NRW sowie im Verwaltungsrat der KGSt. Nach einer Ausbildung bei der Stadtsparkasse Kassel hat er Rechtswissenschaft in Göttingen studiert und das 2. Staatsexamen beim OLG Celle abgelegt. Seit Oktober 2018 ist er assoziiertes Mitglied im Zentrum für wissenschaftliches, interdisziplinäres Risikomanagement und Nachhaltigkeit (ZWIRN) an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften.
Dr. André Jethon
Dr. André Jethon
Dr. André Jethon
Dr. André Jethon verbindet als Grenzgänger zwischen Wissenschaft und Praxis langjährige Leitungserfahrung in der öffentlichen Verwaltung mit wissenschaftlicher Forschung. Neben seiner Tätigkeit als Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Lünen forscht er als promovierter Sozialwissenschaftler seit Jahren mit den Schwerpunkten Kommunalfinanzen und effizienzorientierte Verwaltungsreformen. Dr. André Jethon ist Autor und Herausgeber zahlreicher einschlägiger Fachbeiträge und Sammelbände und ist regelmäßig als Referent oder Moderator auf Tagungen und Fachforen vertreten. Daneben hat er zahlreiche Schulungsmaßnahmen für verschiedene Auftraggeber durchgeführt. Am Institut für Arbeitswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum ist er seit dem Wintersemester 2015/2016 als externer Lehrbeauftragter tätig.
Dr. Ulrich Keilmann
Dr. Ulrich Keilmann
Dr. Ulrich Keilmann
Dr. iur. Ulrich Keilmann ist seit 2013 Leiter der Abteilung Überörtliche Prüfung kommunaler Körperschaften beim Präsidenten des Hessischen Rechnungshofs. Parallel ist er seit 2002 Lehrbeauftragter an der DUV Speyer. 2023 erfolgte die Berufung in den Gutachterausschuss Finanzmanagement der KGSt. Herr Dr. Keilmann ist Autor von über 100 Publikationen zum Haushaltsrecht auf Bundes-, Landes- und Kommunaler-Ebene (u.a. Neue Steuerungsmodelle, Kommunaler Schutzschirm Hessen, Haushaltskonsolidierung, Prozessoptimierung, Wirtschaftlichkeit, EPSAS).
Dr. Reinhold Rickes
Dr. Reinhold Rickes
Dr. Reinhold Rickes
Dr. Reinhold Rickes ist Chefvolkswirt beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) und koordiniert die Gruppe von Chefvolkswirten aus der Sparkassen-Finanzgruppe. Nach beruflichen Stationen beim Wirtschaftsrat der CDU und dem Aufbau der Brüsseler Präsenz des Wirtschaftsrats ist er seit 1997 für den DSGV tätig. Im Verband verantwortete er unter anderem die Koordination zur Euro-Bargeldeinführung und arbeitete zu Standortfragen der Kreditwirtschaft; aktuell befasst er sich insbesondere mit der Strukturreformen zur Überwindung der Wachstumsschwäche und warnt vor den weltweit steigenden Staatsschulden.
Platzhalter Dozent
Prof. Dr. Kyrill-Alexander Schwarz
Prof. Dr. Kyrill-Alexander Schwarz
Dr. Kyrill-Alexander Schwarz ist Jurist und Hochschullehrer. Er hat eine Professur für Öffentliches Recht an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg inne. Nach dem Jurastudium in Berlin und Göttingen promovierte er 1995 an der Universität Göttingen („magna cum laude“) und habilitierte sich 2001 in Göttingen. Von 2008 bis 2010 leitete er in der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen das Referat „Grundsatzfragen der Verfassung“, bevor er 2010 nach Würzburg berufen wurde.
Matthias Wiener
Matthias Wiener
Matthias Wiener
Matthias Wiener ist Abteilungsleiter der Finanzbuchhaltung bei der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt und Hochschuldozent für Öffentliche Finanzwirtschaft und Kommunalverfassungsrecht am Fachbereich Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz. Daneben ist er Lehrbeauftragter und Fachkoordinator für Kommunales Haushalts- und Kassenrecht am Studieninstitut für Kommunale Verwaltung Sachsen-Anhalt e.V. Zudem ist er Fachberater für kommunales Haushalts-, Kassen-, Vollstreckungs- und Abgabenrecht des Fachverbandes der Kommunalkassenverwalter Sachsen-Anhalt e. V.
Christoph Wolff
Christoph Wolff
Christoph Wolff
Christoph Wolff ist Senior Director der Helaba und seit vielen Jahren in führender Position im Geschäft mit den Städten, Gemeinden und Landkreisen sowie deren Unternehmen, wie beispielsweise den Stadtwerken und Wohnungsgesellschaften. Er verfügt über außerordentliches Fachwissen und ein breites fachliches Netzwerk. Dazu gehören beispielsweise die kommunalen Spitzenverbände, der VKU, der Verband Öffentlicher Banken (VÖB) mit der Kommission Öffentliche Kunden und die Sparkassenverbände.

Tagungsinhalte

Von der Rezession zur Erholung? Wirtschaftsausblick 2026 – Perspektiven für die kommunalen Finanzen aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes

Dr. Reinhold Rickes
Die deutsche Wirtschaft steht 2026 an einem kritischen Wendepunkt. Nach Jahren der Stagnation und einer technisch definierten Rezession in den Jahren 2023 und 2024 erwartet die Bundesregierung wieder ein moderates Wirtschaftswachstum, das jedoch wesentlich durch das schuldenfinanzierte Infrastrukturpaket getragen wird. Gleichzeitig bleiben die kommunalen Finanzen in einer strukturellen Schieflage. Mit einem Investitionsstau von 215 Milliarden Euro und anhaltenden Defiziten von über 20 Milliarden Euro jährlich stehen Städte und Gemeinden vor enormen Herausforderungen bei der Finanzierung ihrer Infrastruktur. Der Ausblick 2026 bietet damit eine Mischung aus berechtigter Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse und der harten Realität persistierender struktureller Unterfinanzierung – eine Spannungslage, die der Referent in seinem Vortrag kritisch analysiert.
Schwerpunkte:
  • Konjunkturelle Erholung und ihre Grenzen – Wachstum auf wackeligem Fundament
  • Inflation, Zinsen, Wechselkurse – aktuelle Entwicklung
  • Ein halbes Jahr Sondervermögen – wie sind die ökonomischen Perspektiven jetzt?
  • Finanzlage der Kommunen – Quo vadis?
  • Investitionshemmnisse und Umsetzungsdefizite – Bürokratie und Kapazitäten als unterschätzte Barrieren

Die Kommunalfinanzen in der Krise. Ein Jahr neue Koalition – Was wurde erreicht, wie ist die Lage?

Herbert Freese
Die Kommunalfinanzen stehen unter massivem Druck: steigende Sozialausgaben, Investitionsstau, neue Pflichtaufgaben und gleichzeitig wegbrechende oder volatile Ertragsgrundlagen treiben viele Haushalte in eine strukturelle Schieflage. Ein Jahr nach dem Start der neuen Koalition stellt sich für die kommunale Praxis die Frage, was politisch tatsächlich erreicht wurde – jenseits von Ankündigungen und Debatten um Sondervermögen – und welche Entlastungen realistisch in den Haushalten ankommen. Die kommunalen Spitzenverbände verlangen inzwischen nicht nur kurzfristige Überbrückung, sondern eine neue Finanzarchitektur und eine faire, verlässliche Kostenverteilung im Sozialstaat. Im Vortrag ordnen wir die aktuelle Lage und die bundes- und landespolitische Zusagen (Entlastung, Ausgabendynamik brechen, Veranlassungskonnexität) faktenbasiert ein.
Schwerpunkte:
  • Lagebild 2025/26 aus kommunaler Sicht: Defizittrend, Kostentreiber (insb. Soziales), Zins- und Tarifwirkungen, Investitionsdruck – und was davon kurzfristig steuerbar ist
  • Ein Jahr neue Koalition: Was ist konkret umgesetzt, was ist angekündigt, was blockiert?
  • Welche Punkte sind für Haushaltsplanung, Mittelfristplanung und Risikomanagement relevant?
  • Finanzarchitektur und Konnexität in der Praxis: Veranlassungskonnexität, Pflichtaufgabenfinanzierung, Rolle der Länder

Wer soll das bezahlen? Multilaterale Herausforderungen für die Kommunalfinanzen aus dem Blick der Kapitalgeber

Stefan Becker und Christoph Wolff
Die kommunalen Haushalte werden im Jahr 2025 neue Rekorddefizite ausgewiesen haben. Der laut KfW-Kommunalpanel festgestellte Investitionsrückstand steigt mit jedem Jahr, aktuell wieder um 15,9 Prozent auf einen Betrag von 215,7 Mrd. EUR. Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, bedarf es laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schon bis 2030 Investitionen in Höhe von 721 Mrd. EUR. Hinzu kommen weitere Herausforderungen aus der nachhaltigen Transformation, inkl. der Digitalisierung, aus der Migration/Integration und dem demografischen Wandel. Die Referenten beschäftigen sich mit der Frage, inwieweit das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Sondervermögen zum Hochlauf der kommunalen Infrastrukturinvestitionen beitragen kann, um den multilateralen Herausforderungen zu begegnen. Zudem analysieren sie, inwiefern der regulatorische Rahmen aus dem Blickwinkel der Kapitalgeber geeignet ist, hinreichend Mittel zur Finanzierung der erforderlichen Investitionen in die kommunale Infrastruktur (u.a. Strom- und Wärmenetze, Mobilität, Bildung, Gesundheit und digitale Infrastruktur) zu mobilisieren.
Schwerpunkte:
  • Wie können die Kommunen das überhaupt stemmen?
  • Ist eine weitere Verschuldung der Kommunen und ihrer Unternehmen überhaupt noch verantwortbar?
  • Welchen Beitrag können Finanzierungspartner, z. B. die öffentlichen Banken, leisten?
  • Gibt es aus dem Finanzierungsblickwinkel Hemmnisse, die auf den regulatorischen Rahmen zurückzuführen sind?
  • Welche Anforderungen bleiben nach den Omnibus-Erleichterungen zum Thema Nachhaltigkeit bestehen?

Finanzielle Schieflage erkennen und handeln: Instrumente zur Krisenprävention in der kommunalen Haushaltswirtschaft. Die Fälle Löhnberg und Kirchheim im Vergleich

Dr. Ulrich Keilman
Fehlende Jahresabschlüsse, intransparente Beteiligungsgesellschaften, unkontrollierte Kreditaufnahmen und eine überforderte Verwaltung – die Fälle Löhnberg und Kirchheim lesen sich wie ein Lehrbuchbeispiel dafür, was in der kommunalen Haushaltswirtschaft schiefgehen kann. Und doch unterscheiden sie sich grundlegend. Für kommunale Kämmereien ist das Beispielpaar von besonderer Relevanz. In seinem Vortrag legt der Referent Schwachstellen offen, die in vielen Kommunen latent vorhanden sind. Und er zeigt auf, wo in der Praxis Handlungsbedarf besteht.
Schwerpunkte:
  • Die Chronologie der beiden Fälle – Wie kam es jeweils zur Krise?
  • Die zentralen Problemfelder: Fehlende Jahresabschlüsse und mangelnde Transparenz; problematische Beteiligungsgesellschaften; fragwürdige Kreditverwendung; das Versagen der Kontrollmechanismen
  • Gemeindegremien und politische Kontrolle
  • Konkrete Lehren für kommunale Kämmereien: Frühwarnsysteme etablieren; Beteiligungscontrolling professionalisieren; Haushaltsdisziplin und Transparenz; Personalressourcen und Kompetenzen; Politische Gremienarbeit qualifizieren
  • Die Aufarbeitung und der Weg nach vorne
  • Maßnahmen des Staatsbeauftragten Stock
  • Stand der strafrechtlichen Ermittlungen
  • Langfristige Herausforderungen

Schritte vorwärts oder zurück? Die Auswirkungen der Vorschläge zur Sozialstaatsreform auf die kommunalen Finanzen

Dr. André Jethon
Die Sozialstaatskommission hat ihre Empfehlungen vorgelegt, die im ersten Zugriff als beachtlich erscheinen. Es sind aber nicht nur wesentliche kommunale Themen von vorneherein aus dem Arbeitsauftrag der Kommission ausgeklammert worden, sondern es ist auch die Frage unbeantwortet geblieben, wie hoch die Implementationskosten der Vorschläge ausfallen und wer für die Kostenfolgen aufkommt. Insgesamt scheint das Vorgehen der Sozialstaatskommission sinnbildlich dafür zu stehen, in der Sozialstaatsdebatte unangenehme Fragen auszublenden und vor allem Finanzierungsfolgen nicht angemessen zu berücksichtigen. Leidtragende sind auch - und gerade - die Kommunen, die dringender denn je auf strukturelle Entlastungen bei den Sozialausgaben angewiesen sind und politische Antworten von Bund und Ländern erwarten. Im Rahmen des Vortrages werden insbesondere diejenigen Problemlagen beleuchtet, die eine lösungsorientierte Debatte über notwendige Sozialreformen hierzulande wesentlich erschweren, um hieraus Perspektivbildungen abzuleiten.
Schwerpunkte:
  • Verfestigte Verantwortungsdiffusion im föderalen Mehrebenensystem
  • Hohe Ressortgrenzen
  • Fehlende Wirkungs- und Finanzierungssteuerung sozialer Leistungen
  • Administrationskosten und Folgen der Tarifautonomie als blinde Flecke
  • Abstinenz von Finanzfragen bei bestimmten Sozialleistungen (zum Beispiel Eingliederungshilfe)
  • Politische Handlungslogik und Pfadabhängigkeiten

Die Vollstreckung als strategischer Baustein der Haushalts- und Liquiditätssteuerung

Matthias Wiener
Die rechtssichere Organisation der Vollstreckung ist ein zentraler Hebel für ein stabiles kommunales Liquiditätsmanagement – und weit mehr als „bloße“ Rechtsanwendung. Im Vortrag zeigt der Referent auf, warum ein professionell strukturierter Vollstreckungsprozess eine kommunale Pflichtaufgabe ist, Forderungsausfälle reduziert und Liquiditätszuflüsse stabilisiert. Anhand typischer Problemstellungen wird deutlich, welche rechtlichen Risiken, disziplinarischen Konsequenzen und Aufsichtsreaktionen drohen, wenn Aufbau- und Ablauforganisation, Zuständigkeiten und Schnittstellen nicht klar geregelt und nicht mit auskömmlichen Stellenanteilen untersetzt sind. Gleichzeitig erhalten die Teilnehmenden konkrete Impulse, wie sie die Vollstreckung organisatorisch, fachlich und digital so aufstellen, dass Kennzahlen, Controlling und Steuerungsinformationen für Kämmerer:innen und Kassenleitungen verlässlich verfügbar sind.
Schwerpunkte:
  • Vollstreckung als kommunale Pflichtaufgaben
  • Offene Forderungen vs. Liquidität
  • Vollstreckung als Teilaspekt des Forderungsmanagements
  • Folgen fehlerhafter bzw. unterbliebener Vollstreckungstätigkeit
  • Praktische Herausforderungen

Schlanker Haushalt, starke Steuerung: Spielräume nutzen, Struktur vereinfachen, Wirkung zeigen

Dr. Marc Gnädinger
Kommunalhaushalte und Jahresabschlüsse sind viele Seiten stark. Für ehrenamtliche Kommunalpolitik sind sie schwer verstehbar und im Volumen zu groß. Gleichzeitig erschweren Haushalte in ihrer jetzigen Form interkommunale Vergleiche und sind ein Hemmschuh für eine wirkungsorientierte Haushaltssteuerung. Der Vortrag zeigt Optionen, um Kommunalhaushalte zu verschlanken, lesbarer zu machen und im Sinne der Steuerung aufzuwerten.
Schwerpunkte:
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und eigene Gestaltungsspielräume
  • Haushaltsgliederung
  • Verschlankung der Teilhaushaltsstruktur auf 1 Seite je Produktbereich
  • Welche Muster und Anlagen können weg
  • So gelingt der kommunale Jahresabschluss rechtzeitig
  • Harmonisierung als Ermöglicher für Digitalisierung und Personaleinsparungen

Finanzielle Handlungsfähigkeit von Kommunen und die gerichtliche Durchsetzung des Konnexitätsprinzips: Rechtliche Grenzen und praktische Perspektiven

Prof. Dr. Kyrill-Alexander Schwarz
Kommunen sind Träger von Daseinsvorsorge und Verwaltungsvollzug im Kern des deutschen Staates. Zugleich leiden sie unter einer dramatischen Finanzkrise. 2024 verzeichneten sie ein Rekorddefizit von fast 25 Milliarden Euro. Ein Grund ist die scheinbare Unverbindlichkeit des Konnexitätsprinzips gegenüber Bundeslasten. Der Referent hat untersucht, welche Handlungsspielräume Kommunen haben, um ihre Finanzausstattung zu sichern – und kommt zu kritischen Ergebnissen. Der Vortrag zeigt, wie die Finanzierungskrise entstand und welche Optionen für Kommunen realistisch sind.
Schwerpunkte:
  • Die aktuelle Lage
  • Quellen der Belastung
  • Rechtliche Schutzlosigkeit – Warum das Konnexitätsprinzip bei Bundesvorgaben nicht schützt
  • Gibt es realistische Wege?
  • Strategische Optionen: Was Kommunen heute tun könnten

“Sie entscheiden, welches Thema im Fachforum im Mittelpunkt steht”

Matthias Wiener
Mögliche Themen:
  • 1.) Haushaltsrecht im kommunalrechtlichen Kontext und Haushaltskonsolidierung
  • 2.) Echter Doppelhaushalt anstelle eines derzeitigen unechten Doppelhaushalts
  • 3.) Personalentwicklung kennt keine Pausetaste in der vorläufigen Haushaltsführung

Rahmenprogramm

Dokumentationszentrum Topografie des Terrors
Ab Anfang der 60er Jahre bis 1990 diente das Treptower Funkhaus dem einstigen DDR-Rundfunk als Hauptsitz. Gelegen im sowjetischen Sektor der Hauptstadt eignete sich im Berlin der Nachkriegszeit der leerstehende Farbrikgelände ideal für den Umbau zu einem Funkhaus. Mit ihren insgesamt vier Aufnahmestudios gingen die staatlichen Rundfunkprogramme der DDR schließlich Ende des Jahres 1952 auf Sendung. Mit der Veräußerung des Komplexes im Jahre 2015 für rund 12 Millionen Euro sollte an diesem Standort “eines der größten Musikstudios der Welt” als moderner Veranstaltungsort für Konzerte, Messen und Kunstausstellungen entstehen. Auch heute noch beheimatet das Haus Europas größten Schaltraum und die Sendestudios tragen stolz ihren Titel “State of the Art”. Auf der 2 stündigen Führung erkunden wir das denkmalgeschützte Funkhausareal mit seinen Aufnahmestudios und den imposanten Hörspielkomplexen.
Stadtführung: Zwischen Geschichte und Aufbruch
Das Scheunenviertel oder die Spandauer Vorstadt rund um dem Hackeschen Markt, die Sophienstraße und die neue Synagoge waren einmal das Zentrum des jüdischen Lebens in Berlin, bevor die Nazis an die Macht kamen. Viele Häuser wurden im Krieg zerstört, trotzdem lässt sich auf den historischen Spuren wandeln und auch heute noch jüdische Kultur anschaulich erleben. Darüber hinaus ist dieser Teil von Berlins Mitte vor allem (noch) ein Platz für das kreative Schaffen in der Stadt und Zeugnis des ständigen Wandels. Zwischen touristischen Hotspots finden Ateliers und Galerien und selbst alternative Projekte noch ihren urbanen Raum. Zusammen erkunden wir sanierte und unsanierte Höfe, ein altes Ballhaus und tauchen ein in die jüdische Geschichte Berlins. Der Rundgang geht circa 2 Stunden.
Medizinhistorisches Museum der Charité – dem Leben auf der Spur
Auf dem traditionsreichen Gelände der Charité – Universitätsmedizin Mitte befindet sich das Berliner Medizinhistorische Museum. Die Ausstellung „Dem Leben auf der Spur“ lädt – ganz im Sinne von Rudolf Virchow – zu einer „Reise unter die Haut“ ein. In der historischen Stätte werden 300 Jahre Medizingeschichte erlebbar. Die spannende Zeitreise auf unserer Führung beginnt im 17. Jahrhundert und beinhaltet das Anatomische Theater und führt in den weltweit einmaligen Präparatesaal. Virchows Präparatesammlung steht vor allem für die Aufklärung und Selbstwirksamkeit des Menschen in Hinblick auf Gesundheit und Körper. Deutlich wird auch, wie sich die Vorstellungen vom menschlichen Körper wandelten und wie in Jahrhunderten der Forschung Unsichtbares sichtbar wurde – hier ganz besonders die Rolle der Frauen in der Medizin. Verpassen Sie auch nicht einen Blick auf die „Eiserne Lunge“, das Exponat, das eindrücklich vom unbändigen Überlebenswillen des Menschen in der Moderne zeugt.

Tagungsort

ABACUS Tierpark Hotel Berlin
Franz-Mett-Str. 3-9
D-10319 Berlin
Tel. +49 (0) 30 - 51 62
Fax +49 (0) 30 - 51 62 – 400
Website Abacus Tierpark Hotel

Ergänzende Seminarempfehlungen zum Thema

Diese Zusammenstellung enthält 30 Veranstaltungen.

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24.03. - 25.03.2026
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22.04.2026
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19.05. - 20.05.2026
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Entwicklung eines effizienten Controllingsystems und Berichtswesens unter doppischen Bedingungen
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Strategische Investitionspriorisierung in der Haushaltsplanung (*Neu*)
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Kennzahlen - Grundlagen

Zweckmäßige Kennzahlen für einen kommunalen Haushalt
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Abgrenzung von Investition und Instandhaltung beim Infrastrukturvermögen (Straßen, Ingenieurbauwerke, Kanalisation etc.)
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Meine Merkliste
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