Videoaufzeichnung
Code HKT26VID-1

Fachtagung Öffentliche Finanzen 2026: Handlungsfähigkeit sichern zwischen Defizit, Investitionsdruck und Sozialkosten (Videoaufzeichnung nur 1. Tag)

Schwerpunkte

  • (Stand der Konzeption 11. Februar 2026 - Änderungen vorbehalten.)

Mittwoch, 10.06.2026

09.00 Uhr Begrüßung

09.15 Uhr Von der Rezession zur Erholung? Wirtschaftsausblick 2026 - Perspektiven für die kommunalen Finanzen aus Sicht des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (Dr. Reinhold Rickes)

  • Die deutsche Wirtschaft steht 2026 an einem kritischen Wendepunkt. Nach Jahren der Stagnation und einer technisch definierten Rezession in den Jahren 2023 und 2024 erwartet die Bundesregierung wieder ein moderates Wirtschaftswachstum, das jedoch wesentlich durch das schuldenfinanzierte Infrastrukturpaket getragen wird. Gleichzeitig bleiben die kommunalen Finanzen in einer strukturellen Schieflage: Mit einem Investitionsstau von 215 Milliarden Euro und anhaltenden Defiziten von über 20 Milliarden Euro jährlich stehen Städte und Gemeinden vor enormen Herausforderungen bei der Finanzierung ihrer Infrastruktur. Der Ausblick 2026 bietet damit eine Mischung aus berechtigter Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse und der harten Realität persistierender struktureller Unterfinanzierung - eine Spannungslage, die der Referent in seinem Vortrag kritisch analysiert.

Schwerpunkte des Vortrages

  • Konjunkturelle Erholung und ihre Grenzen - Wachstum auf wackeligem Fundament
  • Inflation, Zinsen, Wechselkurse -Aktuelle Entwicklung
  • Ein halbes Jahr Sondervermögen - Wie sind die ökonomischen Perspektiven jetzt
  • Finanzlage der Kommunen- Quo vadis?
  • Investitionshemmnisse und Umsetzungsdefizite - Bürokratie und Kapazitäten als unterschätzte Barrieren

10.15 Uhr Die Kommunalfinanzen in der Krise. Ein Jahr neue Koalition - Was wurde erreicht, wie ist die Lage? (Herbert Freese)

  • Die Kommunalfinanzen stehen unter massivem Druck: steigende Sozialausgaben, Investitionsstau, neue Pflichtaufgaben und gleichzeitig wegbrechende oder volatile Ertragsgrundlagen treiben viele Haushalte in eine strukturelle Schieflage. Ein Jahr nach dem Start der neuen Koalition stellt sich für die kommunale Praxis die Frage, was politisch tatsächlich erreicht wurde - jenseits von Ankündigungen und Debatten um Sondervermögen - und welche Entlastungen realistisch in den Haushalten ankommen. Die kommunalen Spitzenverbände verlangen inzwischen nicht nur kurzfristige Überbrückung, sondern eine neue Finanzarchitektur und eine faire, verlässliche Kostenverteilung im Sozialstaat. Im Vortrag ordnen wir die aktuelle Lage und die bundes- und landespolitische Zusagen (Entlastung, Ausgabendynamik brechen, Veranlassungskonnexität) faktenbasiert ein.

Schwerpunkte des Vortrags

  • Lagebild 2025/26 aus kommunaler Sicht: Defizittrend, Kostentreiber (insb. Soziales), Zins- und Tarifwirkungen, Investitionsdruck - und was davon kurzfristig steuerbar ist.
  • Ein Jahr neue Koalition: Was ist konkret umgesetzt, was ist angekündigt, was blockiert - und welche Punkte sind für Haushaltsplanung, Mittelfristplanung und Risikomanagement relevant?
  • Finanzarchitektur und Konnexität in der Praxis: Veranlassungskonnexität, Pflichtaufgabenfinanzierung, Rolle der Länder

11.15 Uhr Kommunikationspause

11.45 Uhr Wer soll das bezahlen? Multilaterale Herausforderungen für die Kommunalfinanzen aus dem Blick der Kapitalgeber (Stefan Becker und Christoph Wolff)

  • Die kommunalen Haushalte werden im Jahr 2025 neue Rekorddefizite ausgewiesen haben. Der laut KfW-Kommunalpanel festgestellte Investitionsrückstand steigt mit jedem Jahr, aktuell wieder um 15,9 Prozent auf einen Betrag von 215,7 Mrd. EUR. Um die Ziele der Energiewende zu erreichen, bedarf es laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) schon bis 2030 Investitionen in Höhe von 721 Mrd. EUR. Hinzu kommen weitere Herausforderungen aus der nachhaltigen Transformation, inkl. der Digitalisierung, aus der Migration/Integration und dem demografischen Wandel. Die Referenten beschäftigen sich mit der Frage, inwieweit das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Sondervermögen zum Hochlauf der kommunalen Infrastrukturinvestitionen beitragen kann, um den multilateralen Herausforderungen zu begegnen und ob der regulatorische Rahmen aus dem Blickwinkel der Kapitalgeber geeignet ist, hinreichend Mittel zur Finanzierung der erforderlichen Investitionen in die kommunale Infrastruktur (u.a. Strom- und Wärmenetze, Mobilität, Bildung, Gesundheit und digitale Infrastruktur) zu mobilisieren.

Schwerpunkte des Vortrags

  • Wie können die Kommunen das überhaupt stemmen?
  • Ist eine weitere Verschuldung der Kommunen und ihrer Unternehmen überhaupt noch verantwortbar?
  • Welchen Beitrag können Finanzierungspartner, z. B. die öffentlichen Banken, leisten?
  • Gibt es aus dem Finanzierungsblickwinkel Hemmnisse, die auf den regulatorischen Rahmen zurückzuführen sind?
  • Welche Anforderungen bleiben nach den Omnibus-Erleichterungen zum Thema Nachhaltigkeit bestehen?

12.45 Uhr Mittagspause

13.45 Uhr Finanzielle Schieflage erkennen und handeln Instrumente zur Krisenprävention in der kommunalen Haushaltswirtschaft. Die Fälle Löhnberg und Kirchheim im Vergleich (Dr. Ulrich Keilmann)

  • Fehlende Jahresabschlüsse, intransparente Beteiligungsgesellschaften, unkontrollierte Kreditaufnahmen und eine überforderte Verwaltung - die Fälle Löhnberg und Kirchheim lesen sich wie ein Lehrbuchbeispiel dafür, was in der kommunalen Haushaltswirtschaft schiefgehen kann. Und doch unterscheiden sie sich grundlegend. Für kommunale Kämmereien ist das Beispielpaar von besonderer Relevanz. In seinem Vortrag legt der Referent Schwachstellen offen, die in vielen Kommunen latent vorhanden sind. Und er zeigt auf, wo in der Praxis Handlungsbedarf besteht.

Schwerpunkte des Vortrags

  • Die Chronologie der beiden Fälle - Wie kam es jeweils zur Krise?
  • Die zentralen Problemfelder:
    • Fehlende Jahresabschlüsse und mangelnde Transparenz
    • Problematische Beteiligungsgesellschaften
    • Fragwürdige Kreditverwendung
  • Das Versagen der Kontrollmechanismen
  • Gemeindegremien und politische Kontrolle
  • Konkrete Lehren für kommunale Kämmereien:
    • Frühwarnsysteme etablieren
    • Beteiligungscontrolling professionalisieren
    • Haushaltsdisziplin und Transparenz
    • Personalressourcen und Kompetenzen
    • Politische Gremienarbeit qualifizieren
  • Die Aufarbeitung und der Weg nach vorne
  • Maßnahmen des Staatsbeauftragten Stock
  • Stand der strafrechtlichen Ermittlungen
  • Langfristige Herausforderungen

14.45 Uhr Kommunikationspause

15.15 Uhr Schritte vorwärts oder zurück? Die Auswirkungen der Vorschläge zur Sozialstaatsreform auf die kommunalen Finanzen (Dr. André Jethon)

  • Die Sozialstaatskommission hat ihre Empfehlungen vorgelegt, die im ersten Zugriff als beachtlich erscheinen. Es sind aber nicht nur wesentliche kommunale Themen von vorneherein aus dem Arbeitsauftrag der Kommission ausgeklammert worden, sondern es ist auch die Frage unbeantwortet geblieben, wie hoch die Implementationskosten der Vorschläge ausfallen und wer für die Kostenfolgen aufkommt. Insgesamt scheint das Vorgehen der Sozialstaatskommission sinnbildlich dafür zu stehen, in der Sozialstaatsdebatte unangenehme Fragen auszublenden und vor allem Finanzierungsfolgen nicht angemessen zu berücksichtigen. Leidtragende sind auch und gerade die Kommunen, die dringender denn je auf strukturelle Entlastungen bei den Sozialausgaben angewiesen sind und politische Antworten von Bund und Ländern erwarten. Im Rahmen des Vortrages werden insbesondere diejenigen Problemlagen beleuchtet, die eine lösungsorientierte Debatte über notwendige Sozialreformen hierzulande wesentlich erschweren, um hieraus Perspektivbildungen abzuleiten.

Schwerpunkte des Vortrags

  • Verfestigte Verantwortungsdiffusion im föderalen Mehrebenensystem
  • Hohe Ressortgrenzen
  • Fehlende Wirkungs- und Finanzierungssteuerung sozialer Leistungen
  • Administrationskosten und Folgen der Tarifautonomie als blinde Flecke
  • Abstinenz von Finanzfragen bei bestimmten Sozialleistungen (zum Beispiel Eingliederungshilfe)
  • Politische Handlungslogik und Pfadabhängigkeiten

16.15 Uhr Ende des ersten Tagungstages

  • Teilnahmegebühren
  • $499,00 € bis eine Woche vor Tagungsbeginn (bei Besuch einzelner Tage 349,00 € pro Tag); danach 599,00 € (bzw. 399,00 €)

Für das Tagungskonzept Dr. Andreas Urbich

Die kommunalen Haushalte stehen unter Druck wie lange nicht: Für 2024 weisen die Gemeinden und Gemeindeverbände ein Finanzierungsdefizit von 24,8 Milliarden Euro aus, das höchste kommunale Defizit seit der Wiedervereinigung. Steigende Ausgaben, insbesondere hohe Sozialausgaben, aber auch gestiegene Personal- und Sachkosten, stehen stagnierende Einnahmen gegenüber. Diese Entwicklung setzte sich 2025 fort. Gleichzeitig ist der wahrgenommene Investitionsrückstand laut KfW-Kommunalpanel 2025 um 15,9 Prozent auf den Rekordwert von 215,7 Milliarden Euro gestiegen. Wer 2026 Verantwortung für den Haushalt trägt, muss auch unbequeme Entscheidungen treffen. Unsere Tagung analysiert wesentliche Faktoren, die öffentliche Haushalte unter Druck setzen - und übersetzt sie in konkrete Strategien für das Finanzmanagement: von der Konjunktur- und Zinsentwicklung über Sozialausgaben und Investitionsfinanzierung bis zu Konnexität und Governance. Unser Fach-Expert:innen vermitteln Hintergründe und Wissen auf aktuellstem Stand zu Rechtsprechung und Umsetzungspraxis und stellen Problemstellungen und Lösungswege vor. Die Tagung lässt den Teilnehmenden Raum für Fragestellungen und lädt zum kollegialen Austausch untereinander bzw. zur intensiven fachlichen Diskussion mit den Expert:innen ein.

Führungskräfte und Beschäftigte aus dem Finanz- und Rechnungswesen, dem Controlling sowie Mandatsträger; weitere Interessenten, z.B. Rechnungsprüfer:innen

Sie erwerben einen Zugriff auf die Aufzeichnung der Fachtagung für 3 Monate. Das Begleitskript ist nicht Bestandteil des Videokaufs. Bitte beachten Sie: mit der Buchung der Teilnahme an der Video-Version erhalten Sie den Zugangslink für e i n e n Teilnehmenden. Sollten weitere Teilnehmer:innen an der Video-Version der Tagung teilnehmen wollen, brauchen Sie weitere Lizenzen. Ein Verstoß gegen diese Teilnahmebedingung führt zu Nachforderungen.

Kundenservice KBW e. V.

Organisatorische Fragen zu freien Teilnehmerplätzen, Anreise, Hotelbuchungen, etc. beantwortet Ihnen unser Kundenservice.

Telefon: (030) 29 33 50 0
E-Mail: info@kbw.de
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Für inhaltliche Fragen steht Ihnen Frau Noreen Liegmann gern zur Verfügung.

Termine

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10.06.2026
09:00 bis 16:00 Uhr
349,00 €
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