Fachtagung - Tag 2
Code SOTS23-2

Fachtagung Sozialhilferecht 2023 - 2. Tag Neu

Tagungsschwerpunkte aus dem Jahr 2022:

Freitag 10. Juni 2022

  • 8.30 Uhr Change in der Eingliederungshilfe - Leistungsträger udn Leistungserbringer zwischen BTHG, Corona-Pandemie und Fachkräftemangel - Birgitta Neumann
  • Mit den verabschiedeten Landesrahmenverträgen werden die neuen Regelungen für die Eingliederungshilfe konkreter. Der damit erforderliche Wandel betrifft dabei nicht nur eine Umstrukturierung der Methoden und Prozesse, sondern vor allem auch einen echten Change in der Grundhaltung und der Kultur des Miteinanders. Sowohl Leistungsträger als auch Leistungserbringer stehen jedoch nicht nur vor den Herausforderungen des Changemanagements hinsichtlich der Änderungen im Rahmen des BTHG, sondern auch vor den Auswirkungen der Corona-Pandemie und dem wachsenden Fachkräftemangel. Das Zusammenspiel dieser Umbrüche gefährden die Umsetzung der personenzentrierten Neuausrichtung. Die organisatorischen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen auf Unternehmen der Eingliederungshilfe sind nicht zu unterschätzen. Was das konkret bedeutet, wird in diesem Vortrag genauer beleuchtet.
  • 10.00 Uhr Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten nach den §§ 67 bis 69 SGB XII in wohnbezogenen Notlagen - Sylvia Schmidt
  • Sinn der Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten ist es, Personen in besonders schwierigen Lebensverhältnissen mit oftmals komplexem Hilfebedarf eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Hilfe zukommen zu lassen, die es ihnen ermöglichen soll, ihr Leben wieder eigenverantwortlich zu führen und am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen. Anspruchsauslösend sind Lebenssituationen, die durch ein Zusammentreffen einer besonderen materiellen Mangelsituation und einer Beeinträchtigung der sozialen Beziehungen gekennzeichnet sind. Dies umfasst wohnbezogene Notlagen.
  • Die Hilfe eröffnet damit ein Leistungsspektrum zur Sicherung dieses existentiellen Grundbedürfnisses. Denkbar sind Leistungsansprüche nicht erst dann, wenn Wohnungs- bzw. Obdachlosigkeit eingetreten ist, sondern auch, wenn eine solche droht. Dabei umfassen die Leistungen zur Erhaltung und Beschaffung einer Wohnung zunächst Beratung und persönliche Unterstützung. Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, werden Geldleistungen gewährt. Maßnahmen der Gefahrenabwehr lassen den Anspruch auf Hilfe zur Überwindung besonderer sozialer Schwierigkeiten unberührt. Eine Abgrenzung muss zunächst danach erfolgen, welche Leistung (kurzfristig) zu einem nachhaltigeren Erfolg führt. Die Gewährung und Sicherung der Unterkunft auf Dauer aber ist, soweit sich ein Hilfebedürftiger nicht selbst helfen kann und die Hilfe nicht von anderen erhält, grundsätzlich Aufgabe der zuständigen Träger der Sozialhilfe.
  • Diskussion, anschließend Pause
  • 11.30 Uhr Umdenken in der HIlfe - Housing first - Vorstellung des Modellprojektes Berlin - Corinna Müncho
  • Trotz des umfangreichen Hilfesystems in Berlin, mit den verschiedensten Angeboten der Wohnungsnotfallhilfe, nahmen die Wohnungslosigkeit und sichtbare Obdachlosigkeit in den letzten Jahren immer weiter zu. Das bestehende System scheint hier an seine Grenzen zu stoßen. Ein Aspekt ist sicherlich die Verknappung auf dem Wohnungsmarkt, aber nicht nur!
  • Housing First Berlin sollte in einem evaluierten Modellprojekt herausfinden, ob und wie das amerikanische Modell in Berlin angewandt werden kann. Die Hilfe richtete sich zunächst an langzeitwohnungslose Menschen mit vielfältigen Problemen, die in der Vergangenheit vom bestehenden Hilfesystem dauerhaft nicht erreicht werden konnten. Im Vortrag werden die Grundprinzipien des Ansatzes erläutert und ein Einblick in die praktische Umsetzung gewährt, sowie Möglichkeiten und Grenzen erläutert. Die Herangehensweisen Menschen zuerst eine Wohnung mit einem unbefristeten Hauptmietvertrag zu vermitteln, der nicht an die Betreuung gekoppelt ist und dann ein bedarfsgerechtes Unterstützungsangebot bereitzustellen, dass auf Mitgestaltung und Freiwilligkeit basiert, ist in der Sozialen Arbeit nicht selbstverständlich und bedarf in einigen gewachsenen Hilfestrukturen ein Umdenken und eine andere Haltung gegenüber wohnungslosen Menschen.
  • Abschlussdiskussion
  • Mittagsbuffet
  • Ende der Tagung gegen 14 Uhr
  • Moderation der Tagung Daniela Knopf

Sehr geehrte Bildungsinteressierte, die Tagung wird sich mit einigen aktuellen Problemlagen beschäftigten und in besonderem Maße die Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch bieten. Das Team des Kommunalen Bildungswerks e. V. würde sich freuen, Sie zu dieser Tagung zu begrüßen.

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