Themenbereich: Betreuungsrecht
Wenn Betreuung zur Strafsache wird - Risiken, Pflichten und richtiges Verhalten des Betreuers
Schwerpunkte
- Strafrechtliche Grundlagen für rechtliche Betreuer
- Garantenstellung, Unterlassen und Verantwortlichkeit
- Risikokonstellationen in der Betreuungspraxis
- Umgang mit Suizidankündigungen und akuten Gefahrenlagen
- Kommunikation mit Ärzten, Kliniken, Behörden und Angehörigen
- Dokumentation, Aktenführung und Nachweis richtigen Handelns
- Vermeidungsstrategien im Betreuungsalltag
- Verhalten bei Strafanzeige, Vernehmung und Ermittlungsverfahren
Ein aktuelles Urteil des LG Aachen vom 11.03.2026, mit dem ein Berufsbetreuer wegen Totschlags durch Unterlassen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde, hat in der Betreuungspraxis erhebliche Verunsicherung ausgelöst. Neben der Haftstrafe verhängten die Richter ein lebenslanges Berufsverbot gegen den Mann. Der Angeklagte war unter anderem für die Gesundheitssorge einer 27-jährigen psychisch kranken Frau bestellt und besaß damit eine Garantenpflicht für ihr Leben. Das Gericht sah es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass der Betreuer eine eindeutige Suizidankündigung per WhatsApp kannte. Indem er diese Information bewusst für sich behielt und der damals behandelnden Klinik verschwieg, nahm er nach Überzeugung der Kammer den Tod seiner Klientin billigend in Kauf. Das Seminar vermittelt einen kompakten Überblick über strafrechtliche Grundlagen, typische Risikokonstellationen und die besondere Verantwortung rechtlicher Betreuer. Im Mittelpunkt stehen Pflichten bei Gefahrenlagen, Grenzen der Garantenstellung, Anforderungen an Kommunikation und Dokumentation sowie das richtige Verhalten bei Ermittlungen. Ziel ist eine praxisnahe Orientierung, um kritische Situationen frühzeitig zu erkennen, angemessen zu handeln und strafrechtliche Risiken zu reduzieren.
Das Seminar ist eine Kooperationsveranstaltung von GIBT Colleg e. V. (Veranstalter) und dem Kommunalen Bildungswerk e. V.
GIBT Colleg e.V. und KBW e.V. stehen für die handlungsorientierte Vermittlung anspruchsvoller Fachthemen in der beruflichen Praxis.
rechtliche Betreuer, Mitarbeiter von sozialen Diensten und Krankenhäusern sowie weitere Fachkräfte mit Bezug zur rechtlichen Betreuung. Vorkenntnisse im Strafrecht sind nicht erforderlich.
keine
Organisatorische Fragen zu freien Teilnehmerplätzen, Anreise, Hotelbuchungen, etc. beantwortet Ihnen unser Kundenservice.
Telefon: (030) 29 33 50 0
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Termine
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01.12.2026
09:00 bis 10:30 Uhr
CODE 0203GWEBEJ020M-G
03.02.2027
11:00 bis 12:30 Uhr