Fachtagung am 07. und 08. September 2020

Insolvenzrecht 2020

Aktuelle Rechtsentwicklung - Rechtsprechung - Praxis

Fachtagung für Führungskräfte und Mitarbeiter, die mit der Geltendmachung von Forderungen im Insolvenzverfahren befasst sind, Mitarbeiter der Finanzämter, Fachanwälte für Insolvenzrecht, Insolvenzverwalter und Mitarbeiter in Inkassounternehmen sowie in Vollstreckungsabteilungen von Banken und Versicherungen
Teilnahmegebühr
499,00 Euro

Sehr geehrte Damen und Herren,


in diesem Jahr findet die Fachtagung zum Insolvenzrecht unter besonderen Rahmenbedingungen statt. Durch die Corona-Krise bedingt, stand es über viele Wochen nicht fest, ob unsere Tagung tatsächlich zum achten Mal in Folge als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden kann. Wir freuen uns sehr, Sie wie geplant am 7. und 8. September zur Fachtagung Insolvenzrecht 2020 im Berliner
Abacus Tierpark Hotel begrüßen zu können; 2020 mit erheblich reduzierter Tagungskapazität, um die geforderten Abstandsregeln einzuhalten.


Die Folgen der Corona-Krise werden tiefe Einschnitte im Leben eines jeden Einzelnen zur Folge haben. Der Gesetzgeber hat im Eilverfahren mit dem COVInsAG grundlegende Änderungen im Insolvenzrecht vorgenommen - zunächst befristet bis zum 30. September 2020. Unsere Tagung wird sich den gesetzlichen Neuregelungen in besonderem Maße widmen, die Auswirkungen auf die Insolvenzpraxis beleuchten und im Kreise der anwesenden Praktiker zur Diskussion stellen.
2020 werden wir in bewährter Weise einen Blick nach vorn auf geplante Entwicklungen im Insolvenzrecht werfen. Zudem erhalten die Teilnehmer der Tagung einen Überblick über die neueste Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Darüber hinaus stehen – wie in jedem Jahr – praktische Fragen der Anwendung des Insolvenzrechts in der behördlichen Praxis im Mittelpunkt. Namhafte Referenten aus Rechtsprechung, Wissenschaft und Praxis stehen den Teilnehmern Rede und
Antwort.


Wir freuen uns, Sie zu dieser Tagung begrüßen zu können.


Ihr
Dr. Andreas Urbich
Geschäftsführer Kommunales Bildungswerk e. V.

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Instituts für Wissenstransfer in Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege e.V. an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und des Kommunalen Bildungswerks e. V.

Tagungsorganisation

Tagungsablauf

Montag, 07. September 2020
10:15 Uhr
Eröffnung und Begrüßung
Herr Dr. Andreas Urbich
10:30 Uhr
Aktuelle Entwicklungen im Insolvenzrecht – Die Auswirkungen der Corona-Krise in der Praxis
Herr Prof. Ulrich Keller
anschließend Fragen und Diskussion
12:00 Uhr
Mittagspause
13:00 Uhr
Podiumsdiskussion. Die Praxis hat das Wort: Corona-Krise und (k)ein Ende? Wie wirkt sich das COVInsAG in der Praxis aus?
anschließend Fragen und Diskussion
14:20 Uhr
Kommunikationspause
14:50 Uhr
Die Beauftragung des Gerichtsvollziehers gem. § 802i ZPO als Möglichkeit der Informationsbeschaffung bei obstruierenden Schuldnern im Insolvenzverfahren
Herr Dr. Holger Büttner
gegen 16:00 Uhr
Ende des ersten Tagungstages
Für Interessenten
ab 16:30 Uhr
Beginn des Rahmenprogramms
20:00 Uhr
Arbeitsessen im Tagungshotel
Dienstag, 08. September 2020
09.00 Uhr
Aktuelle Rechtsprechung des IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs zum Insolvenzrech
Herr Dr. Volker Schultz
anschließend Fragen und Diskussion
10:30 Uhr
Kommunikationspause
11.00 Uhr
Haftungsrelevante Fehler bei der Insolvenzverwaltung
Herr Frank Frind
anschließend Fragen und Diskussion
gegen 12:30
Mittagessen
gegen 13:30
Ende der Tagung

Aktuelle Entwicklungen im Insolvenzrecht – Die Auswirkungen der CoronaKrise in der Praxis

Herr Prof. Ulrich Keller
Der Gesetzgeber hat durch das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz, COVInsAG vom März 2020 die Insolvenzantragspflicht für juristische Personen bis zum Ablauf des September 2020 ausgesetzt, eine Verlängerung ist möglich. Zugleich sind Regelungen der Insolvenzanfechtung und der persönlichen Haftung ausgesetzt. Für Mieter ist zudem die Möglichkeit der fristlosen Kündigung wegen Zahlungsverzugs suspendiert. Welche Auswirkungen wird das alles auf die Insolvenz- und Vollstreckungspraxis haben? Rollt eine Insolvenzwelle auf uns zu? Wie soll man sich als Gläubiger verhalten? Muss ich nicht irgendwann als Gläubiger Insolvenzantrag stellen? Darf man als Schuldner einen Insolvenzantrag auch stellen, wenn man nicht muss? Wäre das Schutzschirmverfahren ein geeigneter Ausweg? Nicht nur im Rahmen des Eröffnungsreferates der Fachtagung Insolvenzrecht werden diese Fragen diskutiert und beantwortet. Die insolvenz- und vollstreckungsrechtliche Bewältigung der sogenannten Corona-Krise wird uns alle herausfordern.

Die Beauftragung des Gerichtsvollziehers gemäß § 802i ZPO als Möglichkeit der Informationsbeschaffung bei obstruierenden Schuldnern im Insolvenzverfahren

Herr Dr. Holger Büttner
Häufig kommt der Sachverständige im Insolvenzeröffnungsverfahren bei der Sachverhaltsermittlung, aber auch der Insolvenzverwalter im eröffneten Insolvenzverfahren nicht weiter, da der Schuldner seine Pflicht zur Auskunft über seine Vermögensverhältnisse nicht erfüllt. Um dieses Problem zu lösen, wird in neuerer Zeit die Frage diskutiert, ob grundsätzlich die Möglichkeit besteht, dass der Gerichtsvollzieher mit der Einholung von Auskünften nach § 802i ZPO im Insolvenzverfahren beauftragt wird und falls ja, wer unter welchen Voraussetzungen diesen Auftrag erteilen kann.
Schwerpunkte des Vortrags:
  • Rechtliche Grundlagen
  • Einzelfragen
  • Zulässigkeitsvoraussetzungen
  • Exkurs: Die Notwendigkeit des Titels für die Abfragemaske des Gerichtsvollziehers
  • Praktische Erfahrungen und Erkenntnisse
  • Ausblick

Aktuelle Rechtsprechung des IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs zum Insolvenzrecht

Herr Dr. Volker Schulz
Die Corona-Krise hat Wirtschaft und Verbraucher hart getroffen. Durch eine vorübergehende Lockerung insolvenzrechtlicher Vorschriften und mit verschiedenen Hilfspaketen hat der Staat versucht, das Schlimmste zu verhindern. Gleichwohl steht zu erwarten, dass die Zahl der Insolvenzen mittelfristig wieder ansteigen wird. Für alle Rechtsanwender ist es deshalb wichtig, auf dem aktuellen Stand des Insolvenzrechts zu bleiben. Die Kenntnis der einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung ist hierfür ein wichtiger Baustein. Der Vortrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Entscheidungen des vergangenen Jahres. Schwerpunkte sind das Insolvenzanfechtungsrecht, das Insolvenzverfahrensrecht sowie Fragen des Pfändungsschutzes im Insolvenzverfahren.

Haftungsrelevante Fehler bei der Insolvenzverwaltung

Herr Frank Frind
Haftungsansprüche zu erkennen, zu vermeiden oder (aus Sicht der Gläubiger) erfolgreich zu verwirklichen, setzt die Kenntnis der Rechtsprechung zu den Vorschriften §§ 60, 61, 92 InsO voraus, denn es handelt sich mittlerweile um nahezu reines "Rechtsprechungsrecht“ („Case law“). Die Haftung des Insolvenzverwalters kann in einer Vielzahl von Fallgestaltungen entstehen oder zumindest drohen (z.B. bei falscher Betriebsfortführung, Begründung nicht bezahlbarer Masseverbindlichkeiten, Verletzung von Aus- und Absonderungsrechten, unnötiger Prozessführung, falscher Verteilung der Masse oder bei fehlerhaftem Unterlassen des Vermeidens von Masseverbindlichkeiten). Denn durch diese Sachverhalte wird die verteilbare Masse geschmälert oder in Anspruch genommene Gläubiger bleiben unbezahlt. In seinem Vortrag erläutert der Referent die gesetzlichen Grundlagen und zeigt Fallkonstellation in der Praxis auf.
Schwerpunkte des Vortrags:
  • Abgrenzung der Haftungsnormen §§ 60, 61 InsO
  • Haftungsrelevante Fehler des Insolvenzverwalters bei der Betriebsfortführung
  • Haftung bei Prozessführung durch den Verwalter
  • Pflichtverletzung bei Aus- und Absonderungsrechten
  • Haftung bei „Freigabe“
  • Haftung bei öffentlich-rechtlicher Pflichtenstellung des Insolvenzverwalters
  • Haftung bei Verzögerung des Verfahrens

Referenten

Prof. Ulrich Keller
Prof. Ulrich Keller
Prof. Ulrich Keller
Prof. Ulrich Keller lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin Zwangsvollstreckungsrecht und Insolvenzrecht. Er war auf diesen Gebieten auch in der gerichtlichen Praxis tätig und ist durch zahlreiche Publikationen und Vortragstätigkeit bestens ausgewiesen. Er ist Autor und Mitautor zahlreicher Veröffentlichungen. Zu nennen sind Keller, Lehrbuch Insolvenzrecht, 2. Aufl. 2020; Keller, Insolvenzrecht und Insolvenzverfahren, 2020; Keller, Vergütung und Kosten im Insolvenzverfahren, 5. Aufl. 2020; Frege/Keller/Riedel, Handbuch der Rechtspraxis - Insolvenzrecht, 8. Aufl. 2015; Heidelberger Kommentar zum Insolvenzrecht, 10. Aufl. 2020; Karsten Schmidt, InsO, 19. Aufl. 2020; Gottwald/Haas, Insolvenzrechts-Handbuch, 6. Aufl. 2020.
Platzhalter Dozent
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Frank Frind
Frank Frind
Frank Frind
Herr RiAG Frank Frind hat über 20 Jahre gerichtliche Erfahrung im Insolvenzrecht und publiziert fortlaufend zu dessen Problemen. Er ist Mitglied des Vorstandes des "Bundesarbeitskreises der Insolvenzgerichte e.V.", Beiratsmitglied des "Norddeutschen Insolvenzforums e.V.", sowie Herausgeber und Mitverfasser von Lehrbüchern zum Insolvenzrecht, ist Mitherausgeber der "ZInsO" und war Sachverständiger des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestags. In seinen Fortbildungsvorträgen beschäftigt er sich mit allen Facetten des Insolvenzrechts, insbesondere mit der Rezeption aktueller praktischer insolvenzrechtlicher Fragen.

Tagungsort

Abacus Tierpark Hotel Berlin
Franz-Mett-Str. 3-9
D-10319 Berlin
Tel. +49 (0) 30 - 51 62
Fax +49 (0) 30 - 51 62 - 400
Website Abacus Tierpark Hotel

Ergänzende Seminare zum Tagungsthema

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