Fachtagung am 19. und 20. September 2019

Insolvenzrecht Berlin 2019

Aktuelle Entwicklungen, Rechtsprechung und Praxisfragen

Führungskräfte und Mitarbeiter/innen, die mit der Geltendmachung von Forderungen im Insolvenzverfahren befasst sind, Mitarbeiter/innen der Finanzämter, Fachanwältinnen und Fachanwälte für Insolvenzrecht, Insolvenzverwalter/innen und Mitarbeiter/innen in Inkassounternehmen sowie in Vollstreckungsabteilungen von Banken und Versicherungen
Das war unsere Tagung "Insolvenzrecht Berlin 2019".

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Tagung zum Insolvenzrecht findet in diesem Jahr zum siebten Mal in Folge statt. 2019 werden wir einen Blick zurück auf die Wirksamkeit der Reformen der vergangenen Jahre werfen und die aktuellen Entwicklungen im Insolvenzrecht aufzeigen. Zudem erhalten die Teilnehmer der Tagung einen Überblick über die neueste Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Darüber hinaus stehen wie in jedem Jahr praktische Fragen der Anwendung des Insolvenzrechts in der behördlichen Praxis im Mittelpunkt. Namhafte Referenten aus Rechtsprechung, Wissenschaft und Praxis stehen den Teilnehmern Rede und Antwort.

Wir freuen uns, Sie zu dieser Tagung begrüßen zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Andreas Urbich

Tagungsorganisation

Donnerstag, 19. September 2019
10:00 Uhr
Begrüßung und Eröffnung
Prof. Ulrich Keller, HWR Berlin, Vorsitzender IWVR e.V.
10:15 Uhr
Öffentlich-rechtliche Ansprüche bei vorläufiger Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren – was brachte die Evaluierung des ESUG?
Prof. Ulrich Keller, HWR Berlin
Anschließend Fragen und Diskussion zum Vortrag
12:00 Uhr
Mittagspause
13:00 Uhr
Vollstreckung von Geldbußen, Verfahrenskosten und Kostenbescheiden in der Insolvenz – Auswirkungen der Restschuldbefreiung
Peter Rothfuss, Stadtrechtsdirektor a. D.
Anschließend Fragen und Diskussion zum Vortrag
14:30 Uhr
Kommunikationspause
15:00 Uhr
Folgen der Masseunzulänglichkeit
Frank Frind, Richter am Amtsgericht
Anschließend Fragen und Diskussion zum Vortrag
Für Interessenten
16:30 Uhr
Beginn des Rahmenprogramms
20:00 Uhr
Arbeitsessen
Freitag, 20. September 2019
09:00 Uhr
Aktuelle Rechtsprechung des IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs zum Insolvenzrecht
Dr. Volker Schultz, Richter am OLG
Anschließend Fragen und Diskussion zum Vortrag
10:30 Uhr
Kommunikationspause
11:00 Uhr
Immobilien in der Insolvenz – Handlungsmöglichkeiten zur Durchsetzung der Forderungen
Uta Schneider, Dipl.-Rechtspflegerin
Anschließend Fragen und Diskussion
12:30 Uhr
Abschlussbuffet
gegen 13:30 Uhr
Ende der Tagung

Tagungsvorträge

Öffentlich-rechtliche Ansprüche bei vorläufiger Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren – was brachte die Evaluierung des ESUG?

Prof. Ulrich Keller
Die vorläufige Eigenverwaltung und vor allem das sogenannte Schutzschirmverfahren sind in aller Munde. Viele insolvente Unternehmen glauben, sich mit diesen besonderen insolvenzrechtlichen Verfahren selbst sanieren zu können. Einen besonderen Sanierungsbeitrag sollen dabei öffentliche Kassen und der Fiskus leisten. Fraglich ist dabei, unter welchen Voraussetzungen während der Untenehmensfortführung im vorläufigen Eigenverwaltungsverfahren die Ansprüche öffentlich-rechtlicher Gläubiger bedient werden müssen. Für Steueransprüche ist die Anwendung oder Nicht-Anwendung des § 55 Abs. 4 InsO umstritten. Der Vortrag zeigt die Problemstellungen unter Berücksichtigung höchstrichterlicher Rechtsprechung auf und stellt auch die Ergebnisse der Evaluation der Verfahrensarten dar, die im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz im Jahre 2018 erarbeitet und vorgelegt wurde.

Vollstreckung von Geldbußen, Verfahrenskosten und Kostenbescheiden in der Insolvenz – Auswirkungen der Restschuldbefreiung

Peter Rothfuss
Seit Inkrafttreten der Insolvenzordnung wird die Möglichkeit der Vollstreckung von Geldbußen während eines Insolvenzverfahrens heftig diskutiert. Obergerichtliche Entscheidungen des BVerfG und des BGH konnten letztendlich nur zur Sensibilisierung für dieses Thema beitragen, nicht aber zu dessen umfassender Lösung. Landgerichtliche Entscheidungen zur Möglichkeit einer Erzwingungshaft während eines Insolvenzverfahrens heizen die Diskussion mit kontroversen Ergebnissen weiter an. Ein Ende ist nicht in Sicht. Für die unterschiedlichen Konstellationen und deren gesetzeskonforme Lösung im Rahmen eines Insolvenzverfahrens fehlt es daher bisher an tragfähigen Grundlagen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die einschlägige Rechtsprechung, die rechtlichen Möglichkeiten der Bußgeldbehörde und Vollstreckungsbehörde und geht auch auf die – durchaus beachtenswerte – Konfliktsituation des Betroffenen ein. Das Thema versteht sich daher als Beitrag für weitere Diskussionsansätze. Vorderstes Ziel ist aber, den Praktikern auf der Grundlage des jetzigen Sachstandes Hilfestellung für die tägliche Praxis bei der Durchsetzung von Bußgeldern und Verfahrenskosten im Zusammenhang mit einem Insolvenzverfahren zu bieten.
Schwerpunkte des Vortrags:
  • Problemstellung
  • Funktionale Zuständigkeit innerhalb der Behörde bei Vollstreckung, Erzwingungshaft, beim außergerichtlichen und gerichtlichen Einigungsversuch und beim Verzicht auf die Forderung
  • Abgrenzung Insolvenzforderung und Neuforderung bei Bußgeldern
  • Möglichkeiten der Anmeldung im Insolvenzverfahren, der Kosten und der Vollstreckung der Geldbuße, „alte Geldbußen, neue Geldbußen“
  • Erzwingungshaft und Arbeitsauflage
  • Verjährungsfragen
  • Gebühren und Kosten
  • Kostenbescheide

Folgen der Masseunzulänglichkeit

Frank Frind
Sehr häufig werden Insolvenzverfahren bei sehr knapper Deckung der Verfahrenskosten eröffnet. Es kommt dann im weiteren Fortgang des Verfahrens nicht selten zur „Anzeige der Masseunzulänglichkeit“ durch den Insolvenzverwalter (§ 208 InsO). Der Vortrag beleuchtet die verschieden Erscheinungsvarianten einer Masseunzulänglichkeit und die Folgen für Gläubiger und Insolvenzverwalter anhand praktischer Beispiele aus der Rechtsprechung. Das richtige Verhalten der Gläubiger bei diesem Verfahrenszustand wird erörtert.
Schwerpunkte des Vortrags
  • Ursachen für Masseunzulänglichkeit
  • Die verschiedenen Erscheinungsformen der Masseunzulänglichkeit / Abgrenzung zur Masseunzulänglichkeit
  • Rechtsfolgen für die Gläubiger bei Masseunzulänglichkeit
  • Verhalten der Gläubiger bei Masseunzulänglichkeit: Verfahrensinformationen, Haftungsprüfung
  • Exkurs: Haftung des Verwalters als „Betreiber“ gegenüber öffentlich-rechtlichen Beseitigungspflichten bei Masseunzulänglichkeit

Aktuelle Rechtsprechung des IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs zum Insolvenzrecht

Dr. Volker Schultz
Der für das Insolvenzrecht zuständige IX. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs prägt durch seine Rechtsprechung das gesamte Insolvenzrecht. Die Kenntnis dieser Rechtsprechung ist Voraussetzung für eine korrekte Rechtsanwendung. Zum Auftakt des 2. Tages vermittelt der Referent einen Überblick über die aktuellen Entscheidungen des Senats.
Schwerpunkte des Vortags
  • Insolvenzanfechtungsrecht mit Vorsatz- und Schenkungsanfechtung
  • Pfändungsschutz im Insolvenzverfahren
  • Freigabe der selbständigen (ärztlichen) Tätigkeit

Immobilien in der Insolvenz – Handlungsmöglichkeiten zur Durchsetzung der Forderungen

Uta Schneider
In vielen Insolvenzverfahren ist die Immobilie des Schuldners der wertvollste Massegegenstand. Für grundstücksbezogene Forderungen besteht ein Absonderungsrecht, um dessen Durchsetzung sich die kommunalen Kassen aktiv bemühen müssen. Nur so ist gewährleistet, dass die Forderungen der Kommunen im größtmöglichen Umfang befriedigt werden und keinen Ausfall erleiden. Die Verwertung von Immobilien in der Insolvenz erfolgt entweder durch einen freihändigen Verkauf oder durch Zwangsversteigerung. Der Vortrag erläutert das Absonderungsrecht der Kommunen für ihre grundstücksbezogenen Forderungen und erörtert die Handlungsmöglichkeiten zur Durchsetzung der Forderungen praxisnah. Es werden Möglichkeiten vorgestellt, wie die kommunale Kasse ihre Forderungen erfolgreich beitreiben kann.
Schwerpunkte des Vortrags
  • Die Immobilienverwertung im Insolvenzverfahren
  • Welche kommunalen Forderungen sind absonderungsberechtigt?
  • Wie wird das Absonderungsrecht in der Praxis durchgesetzt?

Referentinnen und Referenten

Prof. Ulrich Keller
Prof. Ulrich Keller
Prof. Ulrich Keller
Prof. Ulrich Keller lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin seit 2011 Insolvenzrecht und Vollstreckungsrecht. Er war selbst in der gerichtlichen Praxis in Insolvenz und Vollstreckung tätig. Er ist Autor und Mitautor zahlreicher Werke zum Insolvenzrecht, darunter Keller, Lehrbuch zum Insolvenzrecht (2. Aufl. demnächst); Keller, Vergütung und Kosten im Insolvenzverfahren (4. Aufl. 2016); Frege/Keller/Riedel, Handbuch der Rechtspraxis - Insolvenzrecht (8. Aufl. 2015); Karsten Schmidt (Hrsg.), InsO (20. Aufl. demnächst); Kayser/Thole (Hrsg.), Heidelberger Kommentar zur InsO (10. Aufl. demnächst). Prof. Keller trägt zahlreich bei Tagungen und Seminaren zu Themen des Insolvenz- und Vollstreckungsrechts vor.
Peter Rothfuss
Peter Rothfuss
Peter Rothfuss
Herr Peter Rothfuss war etwa 20 Jahre Leiter der zentralen Beitreibungsabteilung der Landeshauptstadt Stuttgart. Er befindet sich nun in der Beurlaubungsphase bis zum Eintritt in den Ruhestand. Sein beruflicher Werdegang verlief über die Assistenz an mehreren juristischen Lehrstühlen und die Tätigkeit als gerichtlich bestellter Anwaltsvertreter in einer Rechtsanwaltskanzlei. Neben seinen bisherigen beruflichen Verpflichtungen nimmt Herr Rothfuss die Beratung und Betreuung öffentlich-rechtlicher Körperschaften und auch Lehraufgaben in der Fortbildung wahr. Er ist Autor mehrerer Sachbücher und seit 1997 Referent beim Kommunalen Bildungswerk.
Frank Frind
Frank Frind
Frank Frind
Herr Frank Frind hat über 20 Jahren richterliche Erfahrung im Insolvenzrecht und publiziert fortlaufend zu dessen Problemen. Er ist Mitglied des Vorstandes des "Bundesarbeitskreises der Insolvenzgerichte e.V.", Vorstandsmitglied des "Norddeutschen Insolvenzforums e.V." und war Sachverständiger des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestags. Er ist Herausgeber und Mitverfasser von Lehrbüchern zum Insolvenzrecht und Mitherausgeber der "ZInsO". In seinen Fortbildungsvorträgen beschäftigt er sich mit allen Facetten des Insolvenzrechts, insbesondere mit der Rezeption aktueller praktischer insolvenzrechtlicher Fragen.
Platzhalter Dozent
Die Informationen zu diesem Referenten ist aktuell nicht abrufbar.
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Die Informationen zu diesem Referenten ist aktuell nicht abrufbar.
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Tagungsort

Abacus Tierpark Hotel Berlin
Franz-Mett-Str. 3-9
D-10319 Berlin
Tel. +49 (0) 30 - 51 62
Fax +49 (0) 30 - 51 62 - 400
Website Abacus Tierpark Hotel

Seminare zum Thema

Diese Zusammenstellung enthält 17 Veranstaltungen.

Steuerliche Haftungsfragen

01
Haftung nach steuerlichen und außersteuerlichen Rechtsnormen sowie Anfechtungen nach dem AnfG. Aktuelle Rechtsprechung und Besonderheiten in der Insolvenz des Steuerschuldners
01.10. - 02.10.2019
29.04. - 30.04.2020
03.12. - 04.12.2020
Berlin
Berlin
Berlin

Insolvenzverfahren Kommunale Ansprüche

02
Kommunale Ansprüche im Insolvenzverfahren
13.11.2019
18.05.2020
12.10.2020
Berlin
Berlin
Berlin

Verbraucherinsolvenz Restschuldbefreiung - Einführung

03
Systematische Einführung in die Restschuldbefreiung und Verbraucherinsolvenz - Ablauf, Verfahren, Intervention
22.11.2019
13.05.2020
01.12.2020
Berlin
Berlin
Berlin

Lohnpfändung für Arbeitgeber, Schuldner, Gläubiger

04
Die Praxis der Lohnpfändung für Arbeitgeber, Schuldner und Gläubiger
25.11. - 26.11.2019
30.03. - 31.03.2020
30.11. - 01.12.2020
Berlin
Berlin
Berlin

Insolvenzanfechtung - Verteidigungsstrategien

05
Insolvenzanfechtung - Verteidigungsstrategien für öffentlich-rechtliche Gläubiger Neu
02.04.2020
28.09.2020
Berlin
Berlin

Insolvenzordnung - neueste Gesetzgebung und Rechtsprechung

06
Die Insolvenzordnung - Gesetzgebung und Rechtsprechung, Vorgaben, Empfehlungen - die Regelungen zum 01.07.2014 bei der Verbraucherinsolvenz
05.11. - 06.11.2019
05.08. - 06.08.2020
04.11. - 05.11.2020
Berlin
Berlin
Berlin

Regelinsolvenzverfahren - Einführung

07
Systematische Einführung in das Regelinsolvenzverfahren
21.11.2019
12.05.2020
30.11.2020
Berlin
Berlin
Berlin

Neuregelungen und aktuelle Rechtsprechung zur Privatinsolvenz

08
Privatinsolvenz aktuell: Rechtsentwicklungen und Rechtsprechung in der Praxis der Insolvenzgerichte zum Verbraucherinsolvenzverfahren
19.03.2020
07.10.2020
Berlin
Berlin

Brandenburg - Verwaltungsvollstreckungsgesetz Brandenburg

09
Verwaltungsvollstreckungsrecht im Land Brandenburg
07.11.2019
11.03.2020
05.11.2020
Berlin
Berlin
Berlin

Insolvenz Verträge in der Insolvenz

10
Vertragsverhältnisse in der Insolvenz
08.10.2020
Berlin

Insolvenzrecht - Rechtsprechung

11
Aktuelle höchstrichterliche Rechtsprechung zum Insolvenzrecht
30.03.2020
17.09.2020
Berlin
Berlin

OEG/BVG - Ansprüche Gewaltopfer Gewaltopferregress

12
Gewaltopferregress nach § 81a Bundesversorgungsgesetz (BVG) Neu
18.05. - 19.05.2020
23.11. - 24.11.2020
Berlin
Berlin

Fachtagung Insolvenzrecht 2019 (nur 2. Tag)

13
Fachtagung Insolvenzrecht 2019: Aktuelle Entwicklungen, Rechtsprechung und Praxisfragen (nur 2. Tag)
20.09.2019
Berlin

Insolvenz Freiberufler Kleinunternehmer

14
Rechtsstellung der Kommune im Insolvenzverfahren eines Freiberuflers oder eines selbstständigen (Klein)Unternehmers Neu
02.12.2019
02.03.2020
29.06.2020
14.12.2020
Berlin
Düsseldorf
Frankfurt am Main
Berlin

Fachtagung Insolvenzrecht 2020 (beide Tagungstage)

15
Fachtagung Insolvenzrecht 2020: Aktuelle Entwicklungen, Rechtsprechung und Praxisfragen (beide Tagungstage
07.09. - 08.09.2020
Berlin

Fachtagung Insolvenzrecht 2020 (nur 2. Tag)

16
Fachtagung Insolvenzrecht 2020: Aktuelle Entwicklungen, Rechtsprechung und Praxisfragen (nur 2. Tag)
08.09.2020
Berlin

Fachtagung Insolvenzrecht 2020 (nur 1. Tag)

17
Fachtagung Insolvenzrecht 2020: Aktuelle Entwicklungen, Rechtsprechung und Praxisfragen (nur 1. Tag)
07.09.2020
Berlin
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