Fachtagung
Code VLTZ22VID

Fachtagung Insolvenzrecht 2022: Aktuelle Entwicklungen, Rechtsprechung und Praxisfragen (Videoaufzeichnung)

Schwerpunkte

Insolvenzrecht und Insolvenzwirklichkeit im Jahr 2022 - Prof. Ulrich Keller

Nach den Änderungen des Sanierungsrechts zum 1. Januar 2021 hat sich der Gesetzgeber des Insolvenzrechts beruhigt. Ist damit auch Ruhe in der Insolvenzpraxis eingetreten? Wie haben sich insbesondere in den Nachwirkungen der sog. Corona-Pandemie die Zahlen an Insolvenzverfahren entwickelt? Gibt es einen Ansturm auf Restschuldbefreiungsverfahren? Gilt die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen überhaupt noch? Hat sich die Eigenverwaltung für Sanierungsverfahren etabliert? Was ist eigentlich ein Zombie-Unternehmen? Welche Formvorschriften gelten seit 1. Januar 2022 für Behörden? Diese übergreifenden Fragen behandelt und beantwortet Prof. Ulrich Keller in seinem Praxisvortrag.

Schwerpunkte des Vortrags

  • Die vorinsolvenzliche Sanierung seit 1.1.2021
  • Die Eigenverwaltung als besonderes Verfahrensinstrument
  • Die Entwicklung der Insolvenzstatistik und Rückschlüsse auf die praktische Tätigkeit
  • Der Umgang mit so genannten Zombie-Unternehmen
  • Die Pflicht zum elektronischen Rechtsverkehr seit 1.1.2022
  • Aktuelle Fragestellungen der Rechtsprechung zum Insolvenzrecht

Aktuelle Rechtsprechung des IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs zum Insolvenzrecht - Dr. Volker Schultz

Der Referent informiert über die wichtigsten Entscheidungen des vergangenen Jahres - ein Muss für jeden, der insolvenzrechtlich tätig ist.

Schwerpunkte des Vortrags

  • Vorsatzanfechtung - Die Neuausrichtung der Rechtsprechung geht voran
  • Neues aus dem Eröffnungsverfahren und dem Verfahren über das Vermögen natürlicher Personen
  • Vollstreckung und Insolvenz - Das Schicksal von Pfändungspfandrechten in der Insolvenz und der Wohlverhaltensphase

Neue Praxisprobleme zum Umfang der Insolvenzmasse - Pfändbare Sonderzuschüsse, Umfang der Masse beim weiterwirtschaftenden Schuldner nach gesetzl. Neuregelung, Vollstreckungshindernisse - Frank Frind

Der Vortrag befasst sich mit aktuellen Fragen des Umfanges der Insolvenzmasse (§§ 80, 35, 36 InsO) unter Einbeziehung der aktuellen Rechtsprechung.

Schwerpunkte des Vortrags

  • Neues zu „pfändbar/unpfändbar“ bei der Reichweite der Insolvenzmasse, auch mit Blick auf coronabedingte Sonderzuschüsse
  • Zahlungen aus dem „Unpfändbaren“ - anfechtbar?
  • Neue Forderungen und Forderungsurrogate beim „weiterwirtschaften Schuldner“ nach Freigabe:
    • Was bleibt für die Neugläubiger „übrig“?
    • Was geschieht mit dem Girokonto des Schuldners?
    • Was geschieht nach Betriebseinstellung?
    • Was ist mit den Betriebsgegenständen?
  • Vollstreckungshindernis Insolvenzeröffnung:
    • Wie lange hält es an?
    • Reichweite der „Verstrickung“?
    • Reichweite einer Restschuldbefreiung?

Spielarten der Immobiliarvollstreckung unter insolvenzrechtlichen Vorzeichen - Sylvia Wipperfürth

Der Vortrag konzentriert sich auf Fallalternativen der Zwangsvollstreckung im Zusammenhang mit Grundvermögen abseits des „Klassikers“, der Verwertung des Grundstücks selber. Die Referentin konzentriert sich hierbei auf Fallgestaltungen, die mit der möglichen Perspektive der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Vollstreckungsschuldners für eine gute Ausgangsposition der Kommune als Vollstreckungsgläubiger geeignet sein können.

Schwerpunkte des Vortrags

  • Das Grundstück als Vollstreckungsobjekt und im Insolvenzverfahren
  • Eigentumsverhältnisse (Alleineigentum, Miteigentum, Gesamthandseigentum)
  • Verwertungsoptionen unter Insolvenzvorzeichen
  • Was kann sonst noch „so im Topf“ sein, z.B.:
    • ein Eigentümergrundpfandrecht?
    • ein Rückübertragungsanspruch?
    • Mietforderungen?
  • Welche Auswirkungen hat die Freigabe des Grundstücks in Bezug Eigentümergrundpfandrechte, Rückübertragungsansprüche und Mietforderungen?
  • $Haftung der Geschäftsleiter für kommunale Steuern und Abgaben unter besonderer Berücksichtigung der Änderungen durch das Sanierungs- und Insolvenzrechtsfortentwicklungsgesetz - Prof. Dr. James ;. Schmittmann

Am 1. Januar 2021 ist das Sanierungs- und Insolvenzrechtsfortentwicklungsgesetz (SanInsFoG) in Kraft getreten, das nicht nur das Unternehmensrestrukturierungs- und -stabilisierungsgesetz (StaRUG) mit neuen Instrumenten der Sanierung und Restrukturierung von Unternehmen geschaffen, sondern auch die Insolvenzordnung (InsO) umfassend geändert hat. In Krise und Insolvenz bleiben Steuern und Abgaben oftmals unbezahlt und können bei der GmbH oder Aktiengesellschaft nicht mehr erfolgreich beigetrieben werden. Der Referent erläutert, wie die Verwaltung rechtssicher Haftungstatbestände ermitteln und durchsetzen kann. Der Vortrag versetzt die Mitarbeiter der Finanzbehörden sowie der anderen Steuer- und Abgabengläubiger unter Berücksichtigung der Neuregelung in § 15b Abs. 8 InsO in den Stand, Haftungstatbestände zu erkennen, das Tatsachenmaterial aufzuarbeiten und Haftungsbescheide zu erstellen.

  • Schwerpunkte des Vortrags:
  • Grundlagen der steuerlichen Haftung der Geschäftsleiter
  • Haftung der Geschäftsleiter in der Krise
  • Besonderheiten bei der Haftung für kommunale Steuern und Abgaben
  • Auswertung der Insolvenzakte als Informationsquelle
  • Erstellung von Haftungsbescheiden
  • Rechtsschutz gegen Haftungsbescheide

Podiumsdiskussion - Ihre Fragen, unsere Experten antworten. Das Praxisforum

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen in Deutschland weiterhin rückläufig. Die Insolvenzzahlen waren im Verlauf der Corona-Pandemie durch gesetzliche Sonderregelungen und Wirtschaftshilfen zeitweise deutlich zurückgegangen; seit Mai 2021 sind keine Sonderregeln aufgrund der Corona-Pandemie mehr in Kraft. Ist somit auf Dauer eine Entspannung zu erwarten oder ist es die Ruhe vor dem Sturm? Die Auswirkungen der globalen Krisen und Kriege sind zudem noch nicht absehbar. Unsere Fachtagung Insolvenzrecht 2022 wird sich erneut den aktuellen Entwicklungen des Insolvenzgeschehens widmen. Sie wird zugleich einen Überblick über die neueste Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs geben. Namhafte Referenten aus Rechtsprechung, Wissenschaft und Praxis stehen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Rede und Antwort. Ein besonderes Anliegen dieser Tagung ist die Netzwerkbildung und -pflege zwischen den Anwesenden Praktikern. Die Insolvenzrechtstagung 2022 wird in hybrider Form stattfinden. Interessenten können somit entscheiden, ob sie in Präsenz oder online teilnehmen. Zudem ist es auch möglich, nur einzelne Vorträge online zu verfolgen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme an dieser gemeinsamen Tagung des Kommunalen Bildungswerk e.V. und des Instituts für Wissenstransfer in Wirtschaft, Verwaltung und Rechtspflege an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin.

Führungskräfte und Mitarbeitende, die mit der Geltendmachung von Forderungen im Insolvenzverfahren befasst sind, Mitarbeitende der Finanzämter, Fachanwält:innen für Insolvenzrecht, Insolvenzverwalter:innen und Mitarbeitende in Inkassounternehmen sowie in Vollstreckungsabteilungen von Banken und Versicherungen

Sie benötigen keine mitzubringenden Arbeitsmittel. Mit der Buchung der Präsenzteilnahme ist keine Buchung der Online-Aufzeichnung verbunden. Sie können nicht an der Präsenztagung teilnehmen? Kein Problem. Sie können die Tagung online verfolgen oder auch eine Aufzeichnung der Fachtagung erwerben. Tragen Sie Suchfenster bitte VLT22VID ein. Die Tagung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung von KBW e.V. und IWVR e.V.

Kundenservice KBW e. V.

Organisatorische Fragen zu freien Teilnehmerplätzen, Anreise, Hotelbuchungen, etc. beantwortet Ihnen unser Kundenservice.

Telefon: (030) 29 33 50 0
E-Mail: info@kbw.de

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599,00 €
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Unser Seminarangebot sieht explizit den Einschluss aller Geschlechter vor. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung wie z. B. Teilnehmer*innen verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für die drei Geschlechter und sind in keinem gegebenen Kontext als diskriminierend zu verstehen.

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