Fachtagung
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(Präsenztagung) Fachtagung Insolvenzrecht 2020: Aktuelle Entwicklungen, Rechtsprechung und Praxisfragen

~Schwerpunkte - Tagungsinhalte

  • Schwerpunkte - Tagungsinhalte

Donnerstag, 07. September 2020

10.15 Uhr Begrüßung und Eröffnung

10.30 Uhr Aktuelle Entwicklungen im Insolvenzrecht. Die Auswirkungen der Corona-Krise in der Praxis - Prof. Ulrich Keller

  • Der Gesetzgeber hat durch das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz, COVInsAG vom März 2020 die Insolvenzantragspflicht für juristische Personen bis zum Ablauf des September 2020 ausgesetzt, eine Verlängerung ist möglich. Zugleich sind Regelungen der Insolvenzanfechtung und der persönlichen Haftung ausgesetzt. Für Mieter ist zudem die Möglichkeit der fristlosen Kündigung wegen Zahlungsverzugs suspendiert. Welche Auswirkungen wird das alles auf die Insolvenz- und Vollstreckungspraxis haben? Rollt eine Insolvenzwelle auf uns zu? Wie soll man sich als Gläubiger verhalten? Muss ich nicht irgendwann als Gläubiger Insolvenzantrag stellen? Darf man als Schuldner einen Insolvenzantrag auch stellen, wenn man nicht muss? Wäre das Schutzschirmverfahren ein geeigneter Ausweg? Nicht nur im Rahmen des Eröffnungsreferates der Fachtagung Insolvenzrecht werden diese Fragen diskutiert und beantwortet. Die insolvenz- und vollstreckungsrechtliche Bewältigung der sogenannten Corona-Krise wird uns alle herausfordern.

12.00 Uhr Mittagspause

13.00 Uhr Podiumsdiskussion. Die Praxis hat das Wort Corona-Krise und (k)ein Ende? Wie wirkt sich das COVInsAG in der Praxis aus?

14.20 Uhr Kommunikationspause

14.50 Uhr Die Beauftragung des Gerichtsvollziehers gem. § 802i ZPO als Möglichkeit der Informationsbeschaffung bei obstruierenden Schuldnern im Insolvenzverfahren - Dr. Holger Büttner

  • Häufig kommt der Sachverständige im Insolvenzeröffnungsverfahren bei der Sachverhaltsermittlung, aber auch der Insolvenzverwalter im eröffneten Insolvenzverfahren nicht weiter, da der Schuldner seine Pflicht zur Auskunft über seine Vermögensverhältnisse nicht erfüllt. Um dieses Problem zu lösen, wird in neuerer Zeit die Frage diskutiert, ob grundsätzlich die Möglichkeit besteht, dass der Gerichtsvollzieher mit der Einholung von Auskünften nach § 802l ZPO im Insolvenzverfahren beauftragt wird und falls ja, wer unter welchen Voraussetzungen diesen Auftrag erteilen kann.
  • Schwerpunkte des Vortrags:
    • Rechtliche Grundlagen
    • Einzelfragen
    • Zulässigkeitsvoraussetzungen
    • Exkurs - Die Notwendigkeit des Titels für die Abfragemaske des Gerichtsvollziehers
    • Praktische Erfahrungen und Erkenntnisse
    • Ausblick.
  • Für Interessenten - 20.00 Uhr Arbeitsessen

Freitag, 08. September 2020

09.00 Uhr Aktuelle Rechtsprechung des IX. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs zum Insolvenzrecht - Dr. Volker Schultz

  • Die Corona-Krise hat Wirtschaft und Verbraucher hart getroffen. Durch eine vorübergehende Lockerung insolvenzrechtlicher Vorschriften und mit verschiedenen Hilfspaketen hat der Staat versucht, das Schlimmste zu verhindern. Gleichwohl steht zu erwarten, dass die Zahl der Insolvenzen mittelfristig wieder ansteigen wird. Für alle Rechtsanwender ist es deshalb wichtig, auf dem aktuellen Stand des Insolvenzrechts zu bleiben. Die Kenntnis der einschlägigen höchstrichterlichen Rechtsprechung ist hierfür ein wichtiger Baustein. Der Vortrag gibt einen Überblick über die wichtigsten Entscheidungen des vergangenen Jahres. Schwerpunkte sind das Insolvenzanfechtungsrecht, das Insolvenzverfahrensrecht sowie Fragen des Pfändungsschutzes im Insolvenzverfahren.

10.30 Uhr Kommunikationspause

11.00 Uhr Haftungsrelevante Fehler bei der Insolvenzverwaltung - Frank Frind

  • Haftungsansprüche zu erkennen, zu vermeiden oder (aus Sicht der Gläubiger) erfolgreich zu verwirklichen, setzt die Kenntnis der Rechtsprechung zu den Vorschriften §§ 60, 61, 92 InsO voraus, denn es handelt sich mittlerweile um nahezu reines „Rechtsprechungsrecht“ („Case law“). Die Haftung des Insolvenzverwalters kann in einer Vielzahl von Fallgestaltungen entstehen oder zumindest drohen (z.B. bei falscher Betriebsfortführung, Begründung nicht bezahlbarer Masseverbindlichkeiten, Verletzung von Aus- und Absonderungsrechten, unnötiger Prozessführung, falscher Verteilung der Masse oder bei fehlerhaftem Unterlassen des Vermeidens von Masseverbindlichkeiten). Denn durch diese Sachverhalte wird die verteilbare Masse geschmälert oder in Anspruch genommene Gläubiger bleiben unbezahlt. In seinem Vortrag erläutert der Referent die gesetzlichen Grundlagen und zeigt Fallkonstellation in der Praxis auf.
  • Schwerpunkte des Vortrags:
    • Abgrenzung der Haftungsnormen §§ 60,61 InsO
    • Haftungsrelevante Fehler des Insolvenzverwalters bei der Betriebsfortführung
    • Haftung bei Prozessführung durch den Verwalter
    • Pflichtverletzung bei Aus- und Absonderungsrechten
    • Haftung bei „Freigabe“
    • Haftung bei öffentlich-rechtlicher Pflichtenstellung des Insolvenzverwalters
    • Haftung bei Verzögerung des Verfahrens
  • 12.30 Uhr Gemeinsames Mittagessen (für Interessenten)
  • gegen 13.30 Uhr Ende der Tagung
  • Teilnahmekosten - 399,00 € (Frühbuchergebühr bis 4 Wochen vor Tagungstermin) / danach 499,00 € (einzelne Tage 299,00 € bzw. 349,00 €)
  • Veranstaltungsort: Abacus Tierpark Hotel, Franz-Mett-Straße 3 - 9, 10319 Berlin

In diesem Jahr findet die Fachtagung zum Insolvenzrecht unter besonderen Rahmenbedingungen statt. Durch die Corona-Krise bedingt, stand es über viele Wochen nicht fest, ob unsere Tagung tatsächlich zum achten Male in Folge als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden kann. Wir freuen uns sehr, Sie wie geplant am 7. und 8. September zur Fachtagung Insolvenzrecht 2020 im Berliner Abacus Tierpark Hotel begrüßen zu können; 2020 mit erheblich reduzierter Tagungskapazität, um die geforderten Abstandsregeln einzuhalten. Die Folgen der Corona-Krise werden tiefe Einschnitte auf das Leben eines jeden Einzelnen zur Folge haben. Der Gesetzgeber hat im Eilverfahren mit dem COVInsAG grundlegende Änderungen im Insolvenzrecht vorgenommen - zunächst befristet bis zum 30. September 2020. Unsere Tagung wird sich den gesetzlichen Neuregelungen in besonderem Maße widmen und die Auswirkungen auf die Insolvenzpraxis beleuchten und im Kreise der anwesenden Praktiker zur Diskussion stellen. 2020 werden wir in bewährter Weise einen Blick nach vorn auf geplante Entwicklungen im Insolvenzrecht werfen. Zudem erhalten die Teilnehmer der Tagung einen Überblick über die neueste Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs. Darüber hinaus stehen wie in jedem Jahr praktische Fragen der Anwendung des Insolvenzrechts in der behördlichen Praxis im Mittelpunkt. Namhafte Referenten aus Rechtsprechung, Wissenschaft und Praxis stehen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Rede und Antwort.

Führungskräfte und Mitarbeiter/innen, die mit der Geltendmachung von Forderungen im Insolvenzverfahren befasst sind, Mitarbeiter/innen der Finanzämter, Fachanwältinnen und Fachanwälte für Insolvenzrecht, Insolvenzverwalter/innen und Mitarbeiter/innen in Inkassounternehmen sowie in Vollstreckungsabteilungen von Banken und Versicherungen

Sie benötigen keine mitzubringenden Arbeitsmittel. Mit der Buchung der Präsenzteilnahme ist keine Buchung der Online-Aufzeichnung verbunden. Sie können nicht an der Präsenztagung teilnehmen? Kein Problem. Sie können die Tagung online verfolgen (Sie finden dieses Tagungsformat, indem Sie auf unserer Webseite im Suchfenster den WEVLT20 eingeben) oder auch eine Aufzeichnung der Fachtagung erwerben. Tragen Sie Suchfenster bitte VLT20VID ein.

Kundenservice KBW e. V.

Organisatorische Fragen zu freien Teilnehmerplätzen, Anreise, Hotelbuchungen, etc. beantwortet Ihnen gern unser Kundenservice.

E-Mail: info@kbw.de
Telefon: 030 - 29 33 50 0

Für inhaltliche Fragen steht Ihnen Frau Anita Baron gern zur Verfügung.

Telefon: 030 29 33 50 104

Termine

07.09.2020 (Mo)
10:00 bis 16:00 Uhr
08.09.2020 (Di)
09:00 bis 14:00 Uhr
399,00 €
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Unser Seminarangebot sieht explizit den Einschluss aller Geschlechter vor. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung wie z. B. Teilnehmer*innen verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für die drei Geschlechter und sind in keinem gegebenen Kontext als diskriminierend zu verstehen.

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